Köln hat Durst auf günstigen Kaffee – und gleich zwei Ketten wollen ihn stillen.
„Wir sparen viel Geld“Nächste Billig-Kette greift Kölner Gastro an

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Die LAP-Filiale eröffnete am Samstag im Belgischen Viertel.

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Köln wird zur Kampfzone im Kaffee-Krieg: Nach dem chinesischen Riesen Cotti Coffee eröffnet nun auch die Berliner Kette LAP Coffee ihre erste Kölner Filiale – im Belgischen Viertel.
Cappuccino für 2,50 Euro, Matcha Latte für 4 Euro. Klingt erstmal verlockend. Doch Experten warnen.
„Aus keiner Stadt so viele Anfragen wie aus Köln“
Köln liebt Kaffee – und Kaffee-Discounter lieben Köln. Während der China-Konzern Cotti Coffee bereits mit drei Filialen in der Stadt vertreten ist (Hohe Straße, Opern Passage und Bonner Straße in der Südstadt), drückt jetzt auch LAP Coffee aus Berlin auf den Kölner Markt. Am Samstag eröffnete die Kette ihren ersten Store im Belgischen Viertel – eines der angesagtesten Veedel der Stadt.
Gründer Ralph Hage macht gegenüber EXPRESS.de keinen Hehl daraus, warum Köln sein nächstes großes Ziel ist: „Wir hatten aus keiner anderen deutschen Stadt so viele Nachrichten bekommen wie aus Köln. Immer wieder kam die Frage: Wann kommt LAP endlich zu uns?“ Für ihn ist klar: „Köln hat eine sehr dichte, lebendige Straßen- und Veedelkultur. Die Menschen sind viel unterwegs, sie treffen sich draußen, sie leben ihre Stadt sehr aktiv. Genau dazu passt unser Konzept.“
Das Konzept ist simpel: kleiner Store, schlankes Sortiment, kurze Wege – und ein Preis, der Starbucks & Co. alt aussehen lässt. Während der amerikanische Kaffeeriese für einen kleinen Cappuccino schon mal 5,20 Euro verlangt, liegt LAP bei gerade einmal 2,50 Euro.
Vi Tayarat, die bei LAP für den Filialbetrieb zuständig ist, erklärt das Erfolgsrezept im WDR: „Wir sparen viel Geld, weil wir nur ein reduziertes Produktangebot haben. Mit nur sechs Mitarbeitern haben wir auch deutlich niedrigere Personalkosten als etablierte Anbieter. Wir sparen aber nicht bei den Produkten. Unsere Backwaren kommen von einer Bäckerei aus dem Rheinland und haben Bio-Qualität. Der Kaffee kommt von einer Kaffee-Rösterei in Berlin.“
Noch aggressiver geht die chinesische Konkurrenz vor: Bei Cotti Coffee gab es zur Eröffnung einen Espresso für sensationelle 99 Cent, den Americano für 1,99 Euro. Nach der Einführungsphase stiegen die Preise: Espresso dann 2 Euro, Americano 2,70 Euro.
DEHOGA warnt: Preiserhöhungen werden kommen
Der Haken: Droht nach dem Preiskampf die Preisexplosion? Genau das bereitet dem Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Kopfzerbrechen. Verbandssprecher Christoph Becker warnt im WDR. Er glaubt, dass die Anbieter die Preise deutlich erhöhen werden, sobald sie etablierte Konkurrenten aus dem Markt gedrängt haben. Denn mit den aktuellen Niedrigpreisen können seiner Einschätzung nach die Kosten dauerhaft nicht gedeckt werden.
LAP-Gründer Hage weist die Kritik zurück: „Wir glauben nicht, dass eine lebendige Kaffeekultur dadurch entsteht, dass guter Kaffee teuer bleiben muss. Im Gegenteil: Wenn mehr Menschen Zugang zu hochwertigem Kaffee bekommen, wächst langfristig auch das Interesse an Kaffee insgesamt.“
Der LAP-Store im Belgischen Viertel dürfte vor allem bei Schülern und Studenten punkten, die nicht locker über zehn Euro für zwei Getränke hinblättern wollen.
Entsprechend voll war es am Samstag bei der Eröffnung. Vor dem Laden in der Limburger Straße bildeten sich lange Schlangen.
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