Die Sanierung und Renovierung der Kölner Oper dauert schon seit 13 Jahren an. Bei einem Rundgang über die kostspielige Baustelle zeigte sich, dass weiter noch einiges zu tun ist, ehe dort gespielt werden kann.
„Es gibt noch einiges zu tun“Blick in die Baustelle der Oper – Termin der Eröffnung weiter in der Schwebe

Copyright: Alexander Schwaiger
Bei einem Rundgang über die Opern-Baustelle erläutertern Markus Greitemann, Beigeordneter für Planen und Bauen der Stadt Köln, und Projektleiter Prof. Jürgen Marc Volm am Mittwoch (2. April 2025) den Fortschritt am Offenbachplatz.
Es ist Kölns Skandalprojekt Nummer eins. Die Sanierung und Renovierung der Kölner Oper hat sich zum teuersten Kulturbauwerk der Bundesrepublik entwickelt. Regelmäßig gab es neue Schreckensnachrichten vom Offenbachplatz.
Am Mittwoch (2. April 2025) zeigte die Stadt, wie der Stand der Dinge im denkmalgeschützten Riphan-Bau ist. Es staubt noch an allen Ecken und Enden, Kabel hängen stellenweise lose in der Luft, es wird gebohrt und gehämmert. Wird die Tragödie wirklich wie erhofft ein Ende finden?
Opern-Baustelle: „Wir sind gut vorangekommen und zuversichtlich“
Der Eindruck, dass diese Baustelle, die seit Juni 2012 läuft, kurz vor der Fertigstellung steht, drängt sich für den Laien nicht unbedingt auf. „Es gibt noch was zu tun“, sagt daher auch Projektleiter Prof. Jürgen Marc Volm ehrlich. „Aber wir sind gut vorangekommen und zuversichtlich.“
Nach den Chaos-Jahren mit immer stärker explodierenden Kosten – inzwischen kostet das Projekt inklusive Interimsspielstätten rund 1,5 Milliarden Euro – wurde Volm mit dem Bau-Beigeordneten Markus Greitemann vor neun Monaten als neue Doppelspitze installiert. Nachdem die sich einen ersten Überblick verschafft haben, wurde eine Maßnahme aus den Vorzeiten ergriffen.
Im Chorsaal in der zweiten Etage, wo irgendwann gesungen werden soll, befindet sich das Zentrum der Baustelle. Hier treffen täglich 20 bis 35 Menschen zusammen, um über den Stand bei den verschiedenen Teilprojekten zu sprechen. Rundherum an den Wänden hängen Hunderte Post-its, die kennzeichnen, was noch zu tun ist.
Zettel in Gelb, Rot, Blau, Grün – jedes Gewerk hat eine eigene Farbe und zeigt, was in den kommenden drei Wochen ansteht. „Diese Visualisierung hilft uns, dass wir den Wald vor lauter Bäumen wieder sehen“, sagt Volm. „Mit den Zetteln sehen wir, was wir noch vor der Brust haben.“

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Im Foyer der Oper war vor allem die Sanierung der blauen Decke mit insgesamt 140.000 Löchern aufwendig.
Angesichts von 2200 Räumen in Oper, Schauspielhaus, Kinderoper und kleinem Haus findet Greitemann das Ausmaß der Restarbeiten durchaus im Rahmen. „Wir müssen weiter hart daran arbeiten, dass wir die prognostizierte bauliche Fertigstellung im vierten Quartal hinbekommen und immer wieder detailliert auf die Probleme schauen. Jeder Tag ist da ein harter Kampf.“

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Im künftigen Chorsaal wird Tag für Tag der Fortschritt in den einzelnen Teilprojekten besprochen. Die Post-its an den Wänden zeigen die offenen Aufgaben.
Ein Beispiel für die vielen Hürden zeigt sich in den sogenannten „Erfrischungsräumen“. Dort, wo nach der Wiedereröffnung in den Pausen Sekt geschlürft werden soll, herrscht noch großes Wirrwarr. Kabel hängen herum, Lüftungsschächte sind nicht eingebaut. Mit einem 3D-Modell soll das Problem vor allem hinsichtlich des Brandschutzes gelöst werden. Auch der Einbau eines Aufzugs war anspruchsvoll.

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Auch von außen ist an der Oper noch einiges zu erledigen. Derzeit wird gerade geteert, Pflastersteine liegen auch noch bereit.
Im Foyer verweist Mitarbeiter Mark Mettelsiefen auf die blaue Decke in elf Metern Höhe. Die 140.000 Löcher darin mussten aus Denkmalschutzgründen einzeln gestrichen werden. Auf den Gerüsten stehen die Trockenbauer, in einer Teeküche sind die Schreiner aktiv. Derzeit sind täglich rund 240 gewerblich Arbeitende auf der Baustelle, diese Zahl soll bis zum Sommer auf 260 bis 280 erhöht werden.

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Noch immer liegen viele Kabel und Rohre offen in der Opern-Baustelle. Bis zur geplanten Fertigstellung im vierten Quartal ist noch viel zu tun.
Der sogenannte „eiserne Vorhang“, der die Bühne vom Zuschauerraum trennt, hebt sich schon wie gewünscht auf Kommando in die Höhe. Die Bestuhlung ist schon da, die Polster fehlen noch. Auch im Orchestergraben fehlen noch Details. Wenn die bauliche Fertigstellung erreicht ist, dann können Scheinwerfer, Regiepulte und viele Details angeliefert werden.
Auch wenn die Zuversicht bei der neuen Bau-Doppelspitze groß ist, das Millionengrab nach über 13 Jahren zu Ende zu bringen, halten sich alle mit Prognosen zurück. In der Oper sind 50 Prozent der noch anstehenden Restleistungen erledigt, im Schauspielhaus 16 Prozent.

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Der Bühnenbereich der Oper. Der sogenannte „eiserne Vorhang“ hebt sich schon auf Kommando.
Wenn alles erledigt ist, steht die sogenannte Wirk-Prinzip-Prüfung an, um das Zusammenspiel der technischen Anlagen zu kontrollieren. „Wir sind zu 90 bis 95 Prozent sicher, dass wir in unserem Zeitplan bleiben und testen jetzt schon, ob einzelne Teile funktionieren und fühlen uns da recht sattelfest“, sagt Volm. „Dennoch werden die nächsten vier Monate entscheidend für uns.“ Der Projektleiter glaubt, dass die Prüfungen vier bis sechs Monate in Anspruch nehmen werden.
Bei der Frage, ob denn dann die Spielzeit 2026 wirklich im September am Offenbachplatz beginnen kann, zuckt Greitemann kurz zusammen. „Wir können die Spielzeit nicht prognostizieren und sind in enger Abstimmung mit den Bühnen. Ende des zweiten Quartals werden wir neue Details haben.“ Die Macher drücken aufs Tempo, selbst am Wochenende – und auch jüngst an Rosenmontag – wird gearbeitet.