Erfolgreiche Schmuggel-AktionKunstwerk für viel Geld versteigert – Kölner Verein profitiert

Eine Frau mit nacktem Oberkörper und langen dunklen Haaren guckt über ihre Schulter.

Dieses Bild der Künstlerin Danai Emmanouilidis hing plötzlich in einer Ausstellung in der Bonner Bundeskunsthalle. Es trägt den Namen „Georgia“.

Im September wurde ein Bild in eine Ausstellung der Bonner Bundeskunsthalle geschmuggelt. Nun ist das Bild verkauft worden – für nicht wenig Geld!

Bei Ausstellungen ist die größte Befürchtung, dass etwas geklaut wird. In der Bundeskunsthalle in Bonn war es anders: Dort fehlte nichts – stattdessen war ein Bild zu viel da.

Der unerklärliche Zuwachs war den Verantwortlichen erst beim Abbau der Ausstellung „Wer wir sind“ aufgefallen und hat im Anschluss für viel Wirbel gesorgt. Der ganze Fall hat nun ein ausgesprochen schönes Ende genommen.

Bonner Bundeskunsthalle: „Um ehrlich zu sein, wir finden das lustig“

Via Facebook, Instagram und X (vormals Twitter) hatte die Bundeskunsthalle nach Auffliegen des Schmuggel-Bilds gepostet: „Um ehrlich zu sein, wir finden das ziemlich lustig und würden gerne mehr erfahren. Wem haben wir das Bild zu verdanken? Wer ist darauf zu sehen? Was war die Motivation hinter der Aktion? Wir würden den Künstler/die Künstlerin gerne kennenlernen.“

Dazu die Aufforderung: „Also melde dich! Es gibt auch keinen Ärger. Ehrenwort.“ Am 12. Oktober 2023 meldete sich dann Danai Emmanouilidis, die in Köln studiert, auf Instagram: „Hi, ich bin die Künstlerin.“ Dahinter zwei Herzchen.

Anschließend kamen die Bonner Kuratorin und die Studentin aus Köln, die das Frauenporträt namens „Georgia“selbst gemalt hatte, in den Austausch.

Die Ausstellung habe sie nicht zufällig gewählt, sagte Danai Emmanouilidis. In der „Wer wir sind“-Ausstellung ginge es ja auch um das Thema Migration, das auch in ihrer Kunst eine große Rolle spiele. 

Die beiden Frauen kamen bei ihrem Austausch auf die Idee, das Gemälde für einen wohltätigen Zweck zu versteigern. Gesagt, getan: Im Auktionshaus „Van Ham“ in Köln hat das Werk am Donnerstag (30. November 2023) eine neue Besitzerin gefunden.

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Angelika Schmidt-Molitor aus Bergisch Gladbach sicherte sich das Bild und blechte netto 2800 Euro. Hinzu kamen 900 Euro Steuern und Gebühren. Die insgesamt eingebrachte Summe von 3700 Euro wird an den Kölner Verein ArtAsyl (Motto: Kunst verbindet Kulturen) gespendet.

Bundeskunsthalle: So schmuggelte die Kölnerin das Bild in die Austellung

Danai Emmanouilidis erklärte gegenüber dem WDR: „Ich wollte immer schon ein Bild in eine Ausstellung schmuggeln.“ Wie ihr das gelang, verriet sie auch: „Mit einem Riesen-Hoodie über meiner Leggins.“

Dann hat sie das kleine Bild, ratzfatz, mit doppelseitigem Klebeband an die Wand in einem der Ausstellungsräume geklebt. Und so hing es dort bereits seit dem ersten September!