Die St. Michael Kirche wird zum Ort für eine große Modenschau. Der junge Modedesigner Rico präsentierte hier am Samstag (10. September 2023) seine Werke.
„Größte Modenschau in Köln“400 Menschen und 16 besondere Minuten in der St. Michael Kirche

Copyright: Rico Lalira
Ein junger Modesdesigner aus Köln veranstaltet eine große Modenschau in der St. Michael Kirche.
Am Samstag (10. September 2023) wurde die St. Michael Kirche am Brüsseler Platz zum Schauplatz einer großen Modenschau mit knapp 400 Gästen. Der junge Modedesigner Rico (24) präsentierte an diesem ungewöhnlichen Ort seine Marke „lalira studios“.
„Ich freue mich riesig, dass es endlich so weit ist“, erzählt der Kölner Designer im Gespräch mit EXPRESS.de. Bereits kurz vor dem Einlass um 20.30 Uhr füllte sich der Brüsseler Platz mit jungen modebegeisterten Kölnerinnen und Kölnern.
„Die erste große Modenshow der letzten Jahre hier in Köln“
In der Kirche selbst wurden neben einem DJ-Pult auf der Bühne sowie mehreren Lichtinstallationen, Stühle in Form des Logos von „lalira studios“ aufgestellt. Man merkt: Hier ist jede Kleinigkeit bis ins letzte Detail durchdacht.
Das Besondere an Ricos Modenschau ist aber nicht nur der ungewöhnliche Ort. „Das ist die erste große Modenshow der letzten Jahre hier in Köln“, erzählt Ricos Freund und Model Jakob Pöttgen (23). Auch er lief bei der Show und präsentierte die Klamotten von Rico. „Ich weiß, dass das Rico hier heute viel bedeutet“, erzählt Jakob.
Der Andrang und das Interesse auf Ricos Show ist groß. Das liegt sicherlich auch an der ungewöhnlichen Location – der St. Michael Kirche. „Die neue Generation ist genauso ein Adressat von der Botschaft der Kirche“, erklärt Ulli Merz, der geistliche Leiter der St. Michael Kirche. Die Modenschau des jungen Designers führe außerdem zahlreiche junge Menschen aus Köln zusammen. „Wir sind offen und am Austausch mit jungen Leuten interessiert“, erzählt der 52-Jährige.
Auch der Begriff des „safespace“ spielt hier eine wichtige Rolle. Obwohl die Kirche oftmals aus vergangenen Skandalen mit dem Ruf als „sicherer Raum“ zu kämpfen hat, zeigen Projekte wie diese, dass ein „safespace“ auf viele Arten geschaffen werden kann. Dazu zählt auch die Mode. Denn Ricos Mode polarisiert und bricht mit Normen und Konventionen.
Awareness schaffen mit „safespace“
Um 20.30 beginnt die „safespace“-Modenschau von Rico. Ein Model nach dem anderen kommt auf den Laufsteg in die Kirche und präsentiert seine handgefertigten Werke. „In diesen Teilen steckt so unheimlich viel Arbeit und Liebe“, erzählt der junge Designer aus Köln. Denn neben ausgefallenen Mustern und Schnitten überzeugt Ricos Kleidung mit Diversität.
Ob ein Kleid aus Sicherheitswesten, dicke Pullover aus Schurwolle oder aufwendige Jacken mit gut durchdachten Details – alle spiegeln Ricos Motto wider: „safespace“. Auch die Content Creatorin Sammy (@sammagehtsnochjunge) läuft für Rico. Auf TikTok zeigt sie immer wieder, wie wichtig es ist, sich in seiner Kleidung wohlzufühlen. „Es sollte keine Diskriminierung gegen Körperformen geben und das macht Rico möglich“, erzählt Sammy im Gespräch mit EXPRESS.de.
Hier geht es zu der Instagram-Seite von „lalira studios“:
Der dazu diverse Cast der Modenschau zeigt die Individualität von „lalira studios“. „Mir gefällt besonders gut, dass es in der Kirche ist und diese wieder als Kulturort genutzt wird und somit zu einem sicheren Ort gemacht wird“, lobt die 33-Jährige. Dieser sicherer Ort wird dazu durch ein Awareness-Team unterstützt, welches sich um die Sicherheit auf der Veranstaltung gekümmert hat.
Köln soll modischer werden
Der Andrang auf die Show hat gezeigt: Die junge Generation brennt für Mode. „Köln braucht solche Veranstaltungen. Hier leben viele kreative Menschen“, bestätigt auch Jakob Pöttgen.
Ricos Modenschau richtet sich jedoch nicht nur an die Jüngeren. Seine Themen von Diversity und Vielfalt richtet sich an jeden, der Mode liebt. „Die Show hat meine Erwartungen absolut übertroffen“, erzählt der Designer nach der Show.
„Ich bin so dankbar für alles“, schwärmt Rico. Die Modenschau ging zwar nur 16 Minuten, doch auch danach sammelten sich noch Freundinnen und Freunde sowie Gäste auf dem Brüsseler Platz, um sich gemeinsam auszutauschen. Rico hat es mit seiner Modenschau geschafft, nicht nur Kirche und Mode, sondern auch Alt und Jung zusammenzubringen.