„Machen harten Schnitt“Nach zwölf Stunden Karnevalsparty in Kölner Kneipe – so sieht es dann aus

Ein Paar steht in einem Kneipenraum, auf dem Boden liegen unter anderem eine Plastikgießkanne, ein Regenschirm und eine Fahne.

Am 11.11.24 um 21.30 Uhr war im Haus Unkelbach Partyende. Geschäftsführer Alexander Manek und seine Frau Saskia stehen vor den Hinterlassenschaften der Jecken. 

Nach der Feier ist vor der Feier: So sieht es im Haus Unkelbach nach dem Partymarathon am 11.11. aus. 

Party bis zum Abwinken: Das Haus Unkelbach an der Luxemburger Straße ist am Elften im Elften eine der angesagtesten Feier-Locations im Kölner Karneval.

Dementsprechend voll war es auch am Montag (11. November 2024). Doch wie sieht es nach zwölf Stunden langem Karnevals-Wahnsinn im Unkelbach aus?

11.11. in Kölner Gaststätte: Um 21.30 Uhr ging im Unkelbach das Licht an

Um 21.30 Uhr geht in der beliebten Gaststätte das Licht an. Und die Beleuchtung offenbart gnadenlos, was die Jecken zurückgelassen haben: eine Jacke unter der Sitzbank, eine Federboa auf dem Weg zu den Toiletten, Kleingeld unter dem Tresen. Beim DJ sind zwei verloren gegangene Personalausweise hinterlegt. 

„Wir finden hier vor allem nach einer Karnevalsparty wirklich alles möglich. Handys und Ausweise sind die Klassiker. Auch EC-Karten gehen gerne verloren. Wir bewahren alles eine Zeit lang auf und in den allermeisten Fällen melden sich auch die Besitzerinnen und Besitzer bei uns“, erzählt Geschäftsführer Alexander Manek.

Gemeinsam mit seiner Frau Saskia schaut er sich an, was in ihrem Laden zurückgeblieben ist. Darunter Plastikblumen, eine Sonnenbrille, ein aufblasbares Musikinstrument, eine Gießkanne, eine Flagge der Niederlande und ganz viele Plastikbecher. Auch ein Geruch hängt in der Luft, eine Mischung aus Bier und Schweiß. 

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Feiern, schunkeln, schwitzen: Das Unkelbach ist ein perfekter Ort dafür. Das wissen viele. „Wir haben vor allem an den Karnevalstagen ganz viel Stammkundschaft“, sagt Manek, der sich in seinem WhatsApp-Profil Unkelbachheini nennt. „Das zeigt, dass die Leute hier offenbar gerne und ausgiebig feiern.“

Haus Unkelbach in Köln: Nach Karneval wird es weihnachtlich

Aber irgendwann ist auch die beste Party vorbei. Geschäftsführer Manek und sein Team beginnen zunächst mit einer Bestandsaufnahme, anschließend starten direkt die Aufräumarbeiten. Der Außenbereich muss wieder hergerichtet werden. Die hinteren Räumlichkeiten werden durchgefegt. Der gröbste Müll wird entsorgt. Im Thekenbereich müssen die leeren Fässer weg. Draußen warten bereits zwei Lkw, in denen die Tische und Stühle gelagert sind. 

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Die Nacht ist zu kurz, um alles zu schaffen. Deshalb rückt am Dienstagmorgen (12. November) eine Putzkolonne an, denn am späten Nachmittag öffnet das Brauhaus wieder für den normalen Betrieb. Dann wird im Unkelbach der Elfte im Elften längst Geschichte sein – und das Konfetti durch Lichterketten ersetzt. 

„Wir machen nun tatsächlich einen harten Schnitt – bei uns kommt nach dem Karneval wirklich sofort Weihnachten“, sagt Manek und muss schmunzeln. Aber eigentlich kann man im Unkelbach beides gar nicht so richtig trennen. Den Beleg dafür gibt es nur einen Tag nach der Karnevalssause: Eine Gruppe von 90 Personen hat sich zum vorweihnachtlichen Gänseessen angekündigt – es ist die Ehrengarde... (red/Sven Winterschladen)