Spontan heiraten? Das will die Pop-Up-Hochzeit an der Christuskirche möglich machen.
Spontan-TrauungBesondere Hochzeits-Möglichkeit in Kölner Kirche – das müssen Paare wissen

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Spontan und einfach heiraten? Die Pop-Up-Hochzeit in der Christuskirche, hier am 21. Dezember 2022 zu sehen, macht das möglich.
Heiraten ist manchmal gar nicht so einfach. Neben der aufwändigen Trauung warten Paare teilweise lange auf einen Termin, um sich kirchlich segnen zu lassen. Die Pop-Up-Hochzeit am 26. August von 12 bis 20 Uhr in der Christuskirche in Köln macht Heiraten deutlich leichter.
Statt Stress und Planung ermöglicht die kölsche Pop-Up-Hochzeit eine schnelle Trauung. Mitorganisator und Pfarrer Sebastian Baer-Henney wird auch an diesem Tag Menschen, die sich spontan segnen lassen möchten, verheiraten.
„Viele Paare wollen aus etlichen Gründen nicht standesamtlich heiraten oder schieben die kirchliche Trauung schon seit längerer Zeit auf“, erzählt Sebastian im Interview mit EXPRESS.de.
Das Ziel der geplanten Pop-Up-Hochzeit: Jede und jeder soll schnell und einfach nach ihren Vorstellungen heiraten können.
Kölsche spontan Hochzeit in der Christuskirche
„Eine Aktion wie diese hat es bereits in Berlin gegeben, aber wir gestalten das Ganze sehr Kölsch“, sagt der Pfarrer. Die Teilnahme ist ganz einfach: Jede und jeder, der sich trauen lassen möchte, kann am 26. August in die Christuskirche kommen und sich trauen lassen. Eine vorherige Anmeldung ist über die offizielle Seite der Pop-Up-Hochzeit möglich. „Es kann aber auch jeder spontan vorbeikommen“, erzählt Sebastian.
Das Konzept ist simpel: 30 Personen sind anwesend, um Paare zu segnen. Vor Ort gibt es Prosecco, Waffeln und andere kleine Besonderheiten, um dem ganzen Tag einen richtigen Hochzeitsflair zu verleihen. „Es gibt auch die Möglichkeit sich eine Rikscha-Fahrt zu buchen – dann ist es fast wie eine kleine Hochzeitsreise“, schwärmt Sebastian. Auch der Ort der Trauung selbst können sich die Paare aussuchen.
Wählen können sie aus insgesamt fünf Orten, rund um und in der Kirche. Ob bei einem kleinen Picknick im Park oder mit kölscher Atmosphäre im Stadtgarten unterm Colonius. „Alles ist sehr handgemacht und bodenständig“, so Sebastian.
Vielfalt soll gefeiert werden – „Eine Trauung für alle Paare“
Die Spontan-Hochzeit finden nach dem Motto „Vielfalt feiern“ statt. Hier heißt es: „Es soll eine inklusive Feier für jedermann werden“, so der Pfarrer aus Köln-Mülheim.
Jeder sei eingeladen und könne sich segnen lassen. Auch Tim Lahr, der sich als queerer Pfarrer für Vielfalt in der Kirche einsetzt, wird an dem Tag bei der Trauung helfen. „Wir segnen an diesem Tag die Liebe“, erzählt er im Interview mit EXPRESS.de.
Hier geht es zu dem Instagram-Profil von Tim Lahr:
Laut Tim verstehen queere Paare die Ehe nochmal ganz anders: „Wer ist der Mann, wer ist die Frau, da werden Rollen nochmal ganz anders hinterfragt“. Die Pop-Up-Hochzeit soll diese klassischen Rollen aufbrechen und alle Formen der Ehe zelebrieren.
„Das Bild von der klassischen Hochzeit ist natürlich auch stark mit der Kirche verbunden und die Pop-Up-Hochzeit soll das aufbrechen“, erzählt Tim. Ein queer-sensibler Blick sei dabei das Wichtigste.
Kreative Hochzeit ganz ohne Standesamt
Das Besondere an diesem Tag: Es braucht keine vorherige standesamtliche Trauung für eine kirchliche Segnung. „Es kommen eben immer neue Formen der Ehe und Hochzeit dazu, da müssen wir uns anpassen“, so der durch Social Media bekannte Pfarrer Tim.
Aus diesem Grund würden an dem Tag auch verschiedene Möglichkeiten einer Segnung angeboten werden, um Vielfalt zu ermöglichen.
Auch für queere Paare bietet die Pop-Up-Hochzeit eine passende Trauung an. Statt der klassischen Liturgie während einer Segnung, wird diese ausgetauscht. „Ich verwende gerne Bibelzitate, die die Liebe stark machen“, so der queere Pfarrer.
Die Pop-Up-Hochzeit beweist Vielfalt und ist damit eine aufregende Möglichkeit für jede und jeden, der sich spontan trauen lassen möchte. Ob queer oder hetero. (nmn)