E-Auto-Frust in Köln – weil unbekannte Diebe die Kabel geklaut haben.
Schaden ist enormUnfassbar! Foto zeigt neuen Klau-Trend in Köln

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Ein abgeschnittenes Kabel einer Ladesäule in Köln-Zollstock

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Was übrig bleibt: zwei nutzlose Ladesäulen an der Schwalbacher Straße in Köln-Zollstock – und ein wütender Bezirksvertreter.
Torsten Ilg von der Kölner StadtGesellschaft (KSG) kann es nicht fassen: „Einfach abgeschnitten die Kabel. Unfassbar!“, äußert er sich gegenüber EXPRESS.de.
Ladestationen in Köln-Zollstock seit Monaten defekt
Seit Monaten würden die beiden Tank-E-Säulen des Kölner Energie-Dienstleisters stillstehen. Für Ilg ist das kein Einzelfall, sondern symptomatisch für ein wachsendes Problem: „Die Infrastruktur für E-Mobilität ist schon heute an vielen Stellen unzuverlässig – sei es durch Vandalismus, Kabeldiebstahl oder lange Reparaturzeiten.“
Und der Politiker trifft damit ins Schwarze. Laut Tank-E GmbH, dem für die Ladeinfrastruktur zuständigen Tochterunternehmen der Rhein-Energie, hat es in Köln allein 2025 knapp über 60 solcher Vorfälle gegeben – im Zeitraum von Januar bis Oktober. Im gesamten Jahr 2024 waren es gerade einmal fünf. Ein explosiver Anstieg.
„Was in der Vergangenheit ein Randphänomen war, entwickelt sich zunehmend zu einem ernsthaften Problem“, teilte Tank-E im vergangenen Jahr dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit.
Der Schaden ist enorm: Pro zerstörter Schnellladestation beziffert das Unternehmen den Schaden auf rund 8000 Euro – Materialkosten, Prüfaufwand, Neueichung inklusive. Summiert ergibt das für Köln einen sechsstelligen Betrag.

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Torsten Ilg von der Kölner StadtGesellschaft (KSG) zeigt auf eine kaputte Ladestation in Köln-Zollstock. Das Kabel wurde abgeschnitten.
Was wollen die Diebe? Nur Kupfer – für 40 bis 60 Euro!
Bittere Ironie an der Sache: Die Täter machen kaum Profit. Laut Tank-E lassen sich die kupferhaltigen Ladekabel auf dem Schwarzmarkt für gerade mal 40 bis 60 Euro pro Stück verkaufen. Der angerichtete Schaden übersteigt den Diebstahlgewinn um das Vielfache. Ob pure Geldgier, Vandalismus oder sogar gezielte Sabotage gegen die Elektromobilität – die Motive bleiben unklar.
Die betroffenen Ladesäulen stehen laut Tank-E teils mehrere Tage oder sogar Wochen außer Betrieb.
Doch Kabeldiebstahl ist nicht das einzige Problem, das die E-Wende in Köln ausbremst. Bezirksvertreter Ilg verweist auf ein noch grundlegenderes Hindernis: Selbst dort, wo man gerne neue Ladepunkte einrichten würde – etwa in privaten Tiefgaragen – fehlt schlicht die Stromkapazität.
Viele Tiefgaragen könnten derzeit gar nicht umfassend elektrifiziert werden, weil das Netz dafür nicht ausgelegt sei, behauptet Ilg.
„Für zusätzliche Ladepunkte braucht es stärkere Leitungen, neue Hausanschlüsse und teilweise sogar neue Trafostationen.“ Und er stellt die Frage, die viele E-Auto-Fahrer in Köln bewegt: „Wie soll die E-Auto-Wende so klappen?“
