40 Standorte in Deutschland, mehrere im Rheinland – und Tausende stehen nun nach einer Pflegegruppe-Insolvenz vor großer Ungewissheit.
Insolvenz trifft mehrere Pflegeheime im Rheinland3100 Pflegebedürftige! Wichtigste Frage schon beantwortet
In einem der bisher letzten Einträge auf der Website des Unternehmens heißt es noch „Die Argentum-Gruppe wächst weiter“ – nun ist der Expansionskurs der Pflegegruppe erst einmal jäh gestoppt.
Denn wie unter anderem das Fachportal „CareVor9“ berichtet, musste die Pflegegruppe Argentum nun Insolvenz anmelden. Demnach sei der Insolvenzantrag am 1. April 2025 beim Amtsgericht in Bad Homburg eingegangen – von allen vier Holdingsgesellschaften des Unternehmens.
Pflegegruppe Argentum insolvent – betreibt auch mehrere Heime in NRW
Dieser Prozess soll nun erst einmal in Eigenverwaltung vorangetrieben werden. Wie es mittelfristig mit Argentum und den insgesamt 40 Pflegeheimen, die bundesweit von dem Anbieter betrieben werden, weitergeht, ist aber noch unklar.
Rund 2800 Mitarbeitende sind für das Unternehmen tätig, in den Pflegeheimen werden rund 3100 Personen betreut. Auch im Rheinland gibt es zwei Argentum-Häuser.
Die„ Nobilis Seniorenresidienz“ in Troisdorf wird ebenso von Argentum betrieben wie die „Wohnresidenz am Merzpark“ in der Gemeinde Merzenich, die zum Kreis Düren zählt.
Zu den Gründen für die finanzielle Schieflage heißt es in einer Mitteilung: „Die Pflegebranche steht gegenwärtig vor großen Herausforderungen wie Fachkräftemangel, steigenden Betriebskosten, bürokratischen Hürden und unzureichender Finanzierung, mit denen sich auch die Argentum Pflege Gruppe konfrontiert sieht.“
Im Falle eines laufenden Insolvenzverfahrens einer Pflegegruppe ist die Frage besonders wichtig: Wie geht es nun weiter? Das fragen sich nicht nur die Gläubiger, Mitarbeitende und die Geschäftsführung, sondern auch die Pflegebedürftigen und ihre engen Angehörigen.
Der Geschäftsbetrieb soll aber ohne Einschränkungen fortgesetzt werden. Die kommenden Monate werden dann zeigen, wie die Zukunft von Argentum – und aller 40 Standorte – aussieht.
Die Hoffnung des Unternehmens ist es, sich während des Sanierungsprozesses neu aufzustellen. An zwei Argentum-Standorten im Odenwald wurde laut „Darmstädter Echo“ eine Insolvenzverwalterin am Donnerstag (3. April) vorstellig.
Sie habe wenige Tage nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens den direkten Austausch zur Belegschaft gesucht. Auch Schritte wie dieser zeigen: Eine ideale Arbeitsatmosphäre sieht sicherlich anders aus.