Feuerwehr in SchutzanzügenWas Lkw-Fahrer von A2 meldet, sorgt für Großeinsatz in NRW

Einsatzkräfte in orangenen Anzügen an einer Raststätte der A2.

Die Feuerwehr Bottrop musste in Schutzanzügen arbeiten. Hier stehen Einsatzkräfte an der Dekontaminationsstelle.

Bei einem Gefahrgut-Austritt an der A2 ist die Feuerwehr Bottrop im Dauereinsatz. Die Einsatzkräfte müssen mit höchster Vorsicht agieren.

Großeinsatz für die Feuerwehr Bottrop (NRW)! Auf dem Parkplatz „Schwarze Heide“ an der A2 in Fahrtrichtung Oberhausen sind seit der Nacht auf Dienstag (22. Februar) Einsatzkräfte vor Ort, weil Gefahrgut ausgetreten ist.

Gegen 23.30 Uhr am Montagabend hatte der Fahrer eines Tanklasters gemerkt, dass aus seinem mit 23.000 Litern Natronlauge beladenen Auflieger die Lauge austritt. Er lenkte das Fahrzeug auf den Parkplatz an der Autobahn und alarmierte die Feuerwehr.

Bottrop: Feuerwehr an A2-Rastplatz im Einsatz

Wie sich vor Ort herausstellte, handelt es sich um 50-prozentige Natronlauge. Der Gefahrstoff kann bei Kontakt mit der Haut zu schweren Verätzungen führen. Aus diesem Grund konnten die Einsatzkräfte nur mit Chemikalienschutzanzügen am Lkw arbeiten. Zunächst wurden Auffangwannen eingesetzt, um ein Einsickern der Lauge ins Erdreich zu verhindern.

Müllberg auf einem Rastplatz an der A2.

Die Chemikalienschutzanzüge der Feuerwehr zeugen von dem harten Einsatz. Im Hintergrund ist der betroffene Tanklaster zu sehen.

Der anschließende Versuch, das Leck am Tanklaster zu schließen, gelang nicht, deswegen musste Plan B her: Die Lauge wurde weiter in geeigneten Behältern aufgefangen und später von einer Spezialfirma entsorgt.

Natronlauge sorgt für Großeinsatz der Feuerwehr in Bottrop

„Da Einsatzkräfte im Chemikalienschutzanzug aufgrund des Luftvorrates und der Schwere der Arbeit nur maximal 20 Minuten arbeiten können, mussten die vorgehenden Trupps regelmäßig ausgetauscht werden, erklärt ein Sprecher der Feuerwehr Bottrop. Deshalb wurde Unterstützung angefordert, unter anderem von der Freiwilligen Feuerwehr.

In den frühen Morgenstunden wurde die Lage noch ernster: Das Leck am Tanklaster wurde größer. Es bestand die Befürchtung, der Tankauflieger könne auseinanderbrechen. Um das zu verhindern, wurde die Lauge mit Gefahrstoffpumpen abgepumpt. Um 7.03 Uhr war der Tanklaster leer, die Arbeiten vor Ort gehen aber weiter.

Wie die Feuerwehr Bottrop meldet, ist sie mit etwa 70 Einsatzkräften am Ort des Geschehens. Neben der Berufsfeuerwehr sind hier die Freiwilligen Feuerwehren Eigen, Fuhlenbrock, Vonderort und Grafenwald im Einsatz. Wie lange der Einsatz noch dauern wird, ist offen. (tw)