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Update

Katastrophale Sturzflut reißt viele in den TodDörfer in Sekunden verschwunden – über 1300 Menschen vermisst

Aktualisiert:

Schreckliche Katastrophe im Himalaja: Bei einem verheerenden Erdrutsch in einem Grenzort in Tibet werden viele Opfer befürchtet.

Eine gewaltige Sturzflut sorgt für verheerende Szenen in Tibet und Nepal. Nach chinesischen Angaben sind viele Menschen ums Leben gekommen, Hunderte werden vermisst. Die Polizei spricht aktuell von Dutzenden Toten, befürchtet hohe Opferzahlen.

Bis Donnerstag wurden auf beiden Seiten der Grenze insgesamt 165 Tote geborgen. Mehr als 1300 Menschen gelten als vermisst.

Dörfer von Erdrutsch verschüttet – auch deutsche Touristen vermisst

Riesige Wassermassen bahnten sich am Mittwoch (26. August) ihren Weg durch die Schluchten und rissen alles mit sich. Sie lösten verheerende Erdrutsche aus. Eine Schlammlawine, die von der nepalesischen Seite der Grenze niedergegangen sei, habe am Grenzübergang Gyirong in der Stadt Shigatse in Tibet zu „hohen Zahlen an Opfern und Vermissten“ geführt, berichtete der chinesische Staatssender CCTV am Mittwoch (25. August).

Nach Behördenangaben werden Hunderte Reisende vermisst. Insgesamt würden 384 Touristen, darunter mehr als 290 Ausländer etwa aus Deutschland, den USA und Spanien vermisst, sagte der leitende Beamte Santosh Panta von der nationalen Tourismusorganisation Nepal Tourism Board der Deutschen Presse-Agentur in Kathmandu. Die Organisation berief sich dabei auf vorläufige Zahlen von Reise- und Trekkingagenturen, die Touren durch die betroffene Region organisieren. Der Großteil der Vermissten stammt demnach aus dem Nachbarland Indien.

Das Katastrophengebiet liegt im Himalaja-Gebirge im Autonomen Gebiet Tibet in der Volksrepublik China. Gyirong ist ein wichtiger Grenzübergang zwischen China und Nepal.

In den sozialen Medien kursierende Videos zeigen den Moment, als sich die Erde vom Berg löst und innerhalb weniger Augenblicke die darunterliegenden Dörfer verschüttet. Straßen, Brücken, Kraftwerke  wurden beschädigt, Dutzende Häuser mitgerissen und zerstört.

Der chinesische Staatschef Xi Jinping ordnete wegen des Ausmaßes der Katastrophe an, dass alle verfügbaren Kräfte und Mittel für den Rettungseinsatz eingesetzt werden sollten. Es müsse alles Erdenkliche getan werden, um die Vermissten zu suchen und zu retten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereitet die Entsendung von Medikamenten und Ausrüstung vor.

Hubschrauber suchen derzeit das Gebiet ab, doch der Wasserstand ist stellenweise zu hoch für eine Landung. 

Nepals Außenminister Shishir Khanal erklärte laut CNN, die Sturzflut sei vermutlich durch ein Erdbeben verursacht worden. Dieses löste einen großen Erdrutsch aus, der den Fluss Bhotekoshi blockierte. Der United States Geological Survey, der weltweit Erdbeben aufzeichnet, registrierte in der Region ein Erdbeben der Stärke 4,4.

Saswata Sanyal, ein Spezialist für Katastrophenvorsorge bei der Klimaforschungsgruppe, erklärte gegenüber der Associated Press ebenfalls, dass eine Eis- und Felslawine von einem Gletscher auf der nepalesischen Seite abging, „die den Fluss blockierte und flussabwärts eine plötzliche Flutwelle auslöste“. Der Bhotekoshi fließt von China nach Nepal, oft durch tiefe Schluchten, und mündet schließlich in Indien in den Ganges.

Ein aus den sozialen Medien stammendes Foto zeigt die von Überschwemmungen betroffenen Gebiete nach der Sturzflut.

Copyright: IMAGO/ZUMA Press Wire

Ein aus den sozialen Medien stammendes Foto zeigt die von Überschwemmungen betroffenen Gebiete nach der Sturzflut.

Die EU hat angesichts der verheerenden Überschwemmungen in Nepal ihren Satellitendienst Copernicus aktiviert. Copernicus werde bei der Kartierung der betroffenen Gebiete helfen und die Maßnahmen vor Ort unterstützen, erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Onlinediensten. „Wir sind bereit, weitere europäische Hilfe zu mobilisieren“, betonte sie.

Die Himalaja-Region, die auch als „Dach der Welt“ bekannt ist, ist besonders anfällig für derlei Sturzfluten und Erdrutsche. Experten sind sich einig, dass solche extremen Wetterereignisse mit der vom Menschen verursachten Klimakrise zusammenhängen. Erst im August vergangenen Jahres überschwemmte eine Flutwelle ein nordindisches Bergdorf im Himalaja und forderte mehrere Todesopfer. (mg mit AFP)