Abo

Malle-Plakat sorgt für EklatDeutsche Werbung am Airport bringt Spanier zur Weißglut

Reisende am Flughafen bei Taxiständen

Copyright: IMAGO / MiS

Reisende am Flughafen bei Taxiständen.

Wegen diesem Banner am Mallorca-Flughafen kocht die Wut hoch.

Ein gigantisches Werbebanner am Airport von Palma de Mallorca löst einen heftigen Skandal aus. An der Parkhausfassade ist ein Transparent mit den ungefähren Abmessungen von 16 mal 30 Metern angebracht, das bei Politikern, Hotelbetreibern und Anwohnern Wut auslöst. Wer das Flughafengebäude verlässt, dem sticht das rote Plakat mit weißem Aufdruck unmittelbar ins Auge.

Die Reklame hat ihren Ursprung bei der deutschen Sparkasse und soll die Bezahl-App Wero bekannt machen, mit der sich Beträge zwischen Mobiltelefonen transferieren lassen. Der Spruch darauf: „Was auf Malle passiert, wird auf Malle beglichen“. Diese Anspielung auf das bekannte Motto „Was in Las Vegas passiert, bleibt in Las Vegas“ sorgt auf der Insel für massiven Ärger. Insbesondere die Verwendung des Wortes „Malle“, das zahlreiche Deutsche mit Sauf- und Partytourismus assoziieren, erntet scharfe Kritik. Das berichtet „Mallorca Magazin“.

„Absolut inakzeptabel“: Politiker verlangen, dass das Plakat verschwindet

Jaume Bauzà, der Tourismusminister der Balearen, hat sofort eine offizielle E-Mail an Maurici Lucena, den Chef des staatlichen Airport-Betreibers Aena, gesendet. In der Nachricht verlangte er die „sofortige Entfernung“ des Banners und brachte die „tiefe Empörung und Besorgnis“ der balearischen Regierung zum Ausdruck. Der Direktor des Flughafens, Tomás Melgar, erhielt ebenfalls eine Kopie der Nachricht.

Bauzàs Argumentation lautet, es sei „absolut inakzeptabel“, wenn eine derart bedeutende Einrichtung wie der Airport „Botschaften verbreitet, die zutiefst schädliche Stereotype über das Image Mallorcas“ bestärken. Er wies darauf hin, dass die Gemeinschaft seit langer Zeit gewaltige Anstrengungen unternimmt, um „unzi­vi­li­sier­tes Verhalten auszumerzen“, welches dem Ansehen der Insel abträglich ist.

Airport-Betreiber Aena kontert scharf

Doch Aena, der Airport-Betreiber mit Zentrale in Madrid, hat eine völlig andere Sichtweise. Eine schriftliche Reaktion vom Donnerstagabend stellte klar, dass die Aktion nur für eine Bezahl-Plattform wirbt und somit „keine Kampagne, die Exzesstourismus auf der Insel fördert“ darstellt. Klartext: Aena stellt sich auf den Standpunkt, dass sich Urlauber nicht aufgrund des Banners für Mallorca als Urlaubsort entscheiden. Diese Auseinandersetzung legt einen tieferliegenden Konflikt offen: Die Verwaltung des Flughafens liegt fast komplett bei Madrid, während die örtlichen Behörden auf Mallorca wenig zu sagen haben.

Der Zorn auf der Insel ist gewaltig. Guillem Ginard vom Inselrat Mallorcas sandte ebenfalls ein Schreiben an Aena, in dem er das „negative Image“ beanstandete. María José Aguiló, die Vize-Chefin des Hotelverbands (FEHM), führte aus, dass der Slogan an Verhaltensweisen erinnere, die mit Sauftourismus in Verbindung stehen und nicht zur Strategie passen, auf „Qualität und Mehrwert“ zu bauen. Ein Kolumnist aus Spanien nannte das Banner einen „institutionellen Widerspruch“, der alle Anstrengungen der Insel zur Imagepolitur untergräbt. Auch ein Deutschlehrer von der Insel zeigte sich empört. Er fand, die Insel werde durch den Ausdruck „Malle“ herabgewürdigt und ins Lächerliche gezogen. Das wäre vergleichbar damit, ganz Deutschland nur noch als „Kreuzberg“ zu bezeichnen. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Mordprozess im Fall Fabian
„Wildschweinkuhle“ des Grauens
Mordprozess um Fabian (8): Schreckliche Fotos vom Tatort gezeigt