Die schwäbische Oettinger-Brauerei schließt zum Jahresende einen ihrer Standorte. Thüringens Ministerpräsident reagierte mit heftiger Kritik auf Twitter.
Brauerei-Schließung„Unglaublicher Skandal“: Politiker wütet über beliebten Bier-Hersteller
Die schwäbische Oettinger-Brauerei schließt zum Jahresende 2022 ihren Standort im thüringischen Gotha. Teile der Produktionskapazitäten und -anlagen würden auf die drei anderen Brauerei-Standorte der Unternehmensgruppe in Deutschland verlagert, teilte das Unternehmen mit Sitz in Oettingen im Landkreis Donau-Ries am Mittwoch (8. Juni 2022) mit.
Die Brauerei in Gotha hatte rund 30 Jahre bestand, müsse nun aufgrund der „negativen Entwicklung des Absatzvolumens im Biermarkt in den vergangenen Jahren“ schließen, wie der beliebte Bier-Hersteller bekanntgab, der sich damit für die Zukunft neu aufstellen möchte. Thüringens Ministerpräsident reagierte mit Unverständnis.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow schießt gegen Oettinger
Das Partei-Mitglied der Linken Bodo Ramelow (66) nannte den Vorgang auf Twitter einen „unglaublichen Skandal“. Der Gothaer Betrieb sei eine gut geführte Firma mit über 220 tariflich bezahlten Arbeitsplätzen. Auf Basis von Mehrwegangeboten arbeite die Brauerei in Gotha wirtschaftlich solide und schreibe schwarze Zahlen.
„Nun will man mit Einweg mehr Rendite erwirtschaften. Den Betrieb und auch die Umwelt zerstören“, vermutete der Politiker den Grund für die überraschende Brauerei-Schließung. Die Reaktionen auf die Kritik des Thüringer Ministerpräsidenten gehen auseinander.
Sehen Sie hier den wütenden Tweet von Bodo Ramelow:
„Denen ist halt lieber, wenn alle arbeitslos werden“ und „Ich wette, die haben nach der Wende Fördergelder eingestrichen“ pflichten einige Nutzer und Nutzerinnen Ramelow bei.
Doch es gibt auch Gegenstimmen: „Verständlich und aus Unternehmenssicht eine „Muss-Handlung“. Wer etwas anderes behauptet hat keine Ahnung“ und „Als Unternehmen die richtige Entscheidung, man muss alle Kosten im Blick haben“ lauten weitere Kommentare. Ein User meint: „Der Skandal ist doch, warum saufen die Mitbürger so wenig?“
Oettinger hatte die Gothaer Brauerei, zu DDR-Zeiten ein volkseigener Betrieb, im Jahr 1991 übernommen. Zum 30. Jahrestag der Übernahme teilte das Unternehmen mit, es seien mehr als 100 Millionen Euro in den Standort, die Technik und die Logistik investiert worden. Damit sei die modernste und größte Braustätte Thüringens mit einem jährlichen Ausstoß von rund 1,4 Millionen Hektolitern entstanden. (gr)