Nach 16 Jahren: Menowin Fröhlich besiegt sein DSDS-Trauma
Endlich DSDS-SiegerMenowin Fröhlich holt sich 16 Jahre nach Final-Trauma den Titel

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Endlich geschafft: Menowin Fröhlich holt sich nach 16 Jahren die «DSDS»-Krone.
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Köln-Ossendorf, kurz vor Mitternacht: Im Studio 53 regnet es Gold! Menowin Fröhlich sinkt auf die Knie, Tränen laufen ihm übers Gesicht, als er Jury-Chef Dieter Bohlen umarmt. Ein Bild, das alles sagt: Nach 16 Jahren hat der Sänger sein Trauma überwunden und triumphiert endlich bei der RTL‑Sendung „Deutschland sucht den Superstar“. Ein versöhnliches Ende einer langen Reise.
„Ich wollte dieses Kapitel einfach nur abschließen. Und es hat sich ausgezahlt“, erklärt der Gewinner eine halbe Stunde nach Show-Ende der Deutschen Presse-Agentur, während er vollkommen gelassen wirkt. Um ihn herum wird das Studio schon aufgeräumt, die anderen Teilnehmer feiern bereits auf der Party danach. In diesem Moment blickt Fröhlich auf seine zweite DSDS-Teilnahme im Jahr 2010 zurück, nachdem er bereits 2005 dabei war.
Seinerzeit galt er als der unangefochtene Favorit für den Sieg, hatte jede einzelne Liveshow für sich entschieden und bei der finalen Entscheidung bereits zum Jubeln angesetzt – doch dann die kalte Dusche: Völlig unerwartet unterlag er Mehrzad Marashi. Seine fantastischen Darbietungen wurden damals von Berichten über Drogeneskapaden und Haftstrafen überschattet, die in der Presse ständig präsent waren. Dieser Umstand brachte ihn um den Triumph.
Fröhlichs schmerzhafter Blick in die Vergangenheit
„Es hat mir wehgetan“, gesteht Fröhlich 16 Jahre danach. Er reflektiert schonungslos über sein früheres Ich: „Ich habe mir oft die alten Videos angeguckt und gesehen, wie ich mit Menschen umgegangen bin, wie ich geredet und wie vielen Leuten ich vor den Kopf gestoßen habe. Ich hätte das damals auch schon gewinnen können, denke ich. Nur, dann wäre ich heute nicht mehr am Leben.“

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Gold und Glück: Menowin Fröhlich fällt nach der Entscheidung auf die Knie.
Inzwischen ist der 38-Jährige, der in Kürze sein neuntes Kind erwartet, sichtlich mit sich selbst im Reinen. Er gibt zu, weiterhin an seinen Schwächen zu arbeiten und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sein Ziel sei es, anderen Mut zu machen, dass man nach Rückschlägen wieder auf die Beine kommen kann. „Die Chance, die ich bekommen habe, habe ich wahrgenommen und ich muss niemandem mehr etwas beweisen – will ich auch nicht.“
Nicht nur Menowin: Das waren die anderen Final-Highlights
Neben Fröhlichs Comeback bot die mehr als dreieinhalb Stunden lange Live-Sendung aber noch viel mehr. So trat Star-Geiger David Garrett auf, ebenso wie DSDS-Urgestein Menderes. Sogar Dieter Bohlen selbst gab seinen Hit „You're My Heart, You're My Soul“ zum Besten.
Auf dem zweiten Rang landete Constance Dizendorf (19) aus dem baden-württembergischen Kreis Böblingen. Sie entwickelte sich während der Show von einem zurückhaltenden Teenie zu einer Art deutschen Billie Eilish und zog mit ihrer Stimme nicht nur Juror und Rapper Bushido in ihren Bann.

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Für Dieter Bohlen war Menowin Fröhlich klarer Favorit.
Platz drei ging an Tyrell Hagedorn (19) aus Oranienburg in Brandenburg. Bohlen nannte ihn das „Überraschungsei bei DSDS“. Der junge Mann mit dem strahlenden Lächeln eroberte als Charmeur die Herzen des Publikums und steckt gleichzeitig mitten in den Abiturprüfungen. Die Ränge dahinter belegten Paco Simic (23) aus Österreich sowie Abii Faizan (24), der in Koblenz wohnt.
Menowins Rückkehr: Kalkül oder Zufall?
Letztlich war es aber die eine große Frage, die die Sendung – und womöglich die gesamte Staffel – dominierte: Kann Menowin Fröhlich nach 16 Jahren sein TV-Trauma endlich besiegen? Bereits beim Casting, zu dem der 38-Jährige nur als Begleitung seiner Tochter erschien und dann (vermeintlich spontan) selbst vor die Jury trat, erkannte Bohlen das Potenzial: „Da haben wir natürlich einen absoluten Aufreger: Menowin is back.“
Auf Social Media wurde schnell über eine Inszenierung und einen Bruch der Regeln diskutiert. Angeblich dürfe niemand, der es schon mal in die Liveshows geschafft hat, ein zweites Mal teilnehmen. Eine solche Vorschrift wurde von RTL jedoch dementiert. Der Kölner Sender wird sich über das Comeback des einstigen „Enfant Terrible“ der Sendung gefreut haben – den Einschaltquoten hat es jedenfalls nicht geschadet.

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Wie schon 2010: Menowin Fröhlich performt im Finale «Billie Jean» von Michael Jackson.
Rein gesanglich war der Triumph für Fröhlich, der ihm einen Plattenvertrag und 100.000 Euro einbringt, absolut gerechtfertigt. In der Endrunde gab er Michael Jacksons „Billie Jean“ (genau wie 2010) sowie seinen eigenen Song „Mercy On Me“ zum Besten. Seine Freude, sein Ehrgeiz und seine Routine waren dabei unübersehbar. (dpa/red)
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