Netflix erzählt die Erfolgsserie „How To Sell Drugs Online (Fast)“ um einen jugendlichen Ex-Drogendealer endlich weiter. Magenta TV beendet die erfolgreiche Serie „The Handmaid's Tale“ mit einer sechsten Staffel. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche noch bereithält, verrät die Übersicht.
Ein Neustart für den Ex-Drogendealer? Das sind die Streaming-Tipps der Woche

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Mit Ersan (Leonidas Emre Pakkan, hinten) hat sich Moritz (Maximilian Mundt) im Gefängnis angefreundet. (Bild: Netflix / Paul Hepper)
Vier Jahre hat sich Netflix mit der vierten Staffel von „How To Sell Drugs Online (Fast)“ Zeit gelassen. Heißt: Die Kinderzimmerdealer von einst sind mittlerweile erwachsen geworden und haben mit anderen Problemen als peinlichen Lehrern und der ersten Liebe zu kämpfen. Ex-Drogenhändler Moritz (Maximilian Mundt) strebt nach seiner Haftentlassung erneut nach CEO-Einfluss. Gar nicht so leicht, wenn die Kumpel von einst längst mit ihrer eigenen Firma erfolgreich sind ... Was die Streamer in den nächsten Tagen noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.
„How To Sell Drugs Online (Fast)“ - Netflix

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Mit Ex-Frau Mel (Amanda Peet) hat Coop (Jon Hamm) ein schwieriges Verhältnis. (Bild: Apple)
MyDrugs ist endgültig Geschichte, stattdessen soll endlich ein seriöses Geschäftsmodell her. Doch Moritz (Maximilian Mundt) steht vor einem Problem: Während seiner vierjährigen Haft wurden seine ach so brillanten Start-up-Ideen alle von der Realität eingeholt. Als er dann kurz nach seiner Entlassung auch noch feststellt, dass seine einstigen MyDrugs-Mitstreiter Lenny (Danilo Kamperidis) und Dan (Damian Hardung) mit ihrer eigenen Firma auf der Erfolgswelle surfen, holt er in der vierten Staffel des Netflix-Erfolges „How To Sell Drugs Online (Fast)“ (ab 8. April) zum Gegenschlag aus.
Doch erst einmal muss Moritz wieder im Alltag jenseits seiner Zelle ankommen. Gar nicht so einfach, hat ihm seine mittlerweile als Influencerin erfolgreiche Schwester Marie (Jolina Amely Trinks) als familiäre Bewährungsauflage eine BeReal-Pflicht auferlegt. Trotzdem gelingt es dem von Narzissmus getriebenen Moritz in Rekordzeit, sich in Schwierigkeiten zu manövrieren. Getrieben von blinder Wut gegen Lenny und Dan erschafft er zunächst einen Investoren-Strohmann, der dem Duo ihre Firma Bonuslife abluchsen soll - und lässt sich dann gemeinsam mit Knastkumpel Ersan (Leonidas Emre Pakkan) auch noch auf einen verhängnisvollen Deal mit einem Drogenboss ein.
Das flotte Erzähltempo, gelungene Social-Media-Einschübe und ein pointensicheres Drehbuch sind der Netflix-Serie von Philipp Käßbohrer und Matthias Murmann auch in den neuen Episoden erhalten geblieben. Und doch scheint die Geschichte von Moritz, Lenny und Dan nach rasanten sechs Folgen endgültig auserzählt. Zwar öffnet Netflix in der allerletzten Szene des wendungsreichen Finales die Tür für eine mögliche fünfte Staffel einen Spalt breit, dennoch sollten sich Streaming-Fans eher auf einen Abschied von dem lieb gewonnenen Trio einstellen.
„Your Friends & Neighbors“ - Apple TV+

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Nach acht Emmys und zwei Golden Globes ist Schluss: Mit der sechsten Staffel von „The Handmaid's Tale“ (ab 8. April, MagentaTV) endet die hochgelobte Dystopie-Serie. Während June (Elisabeth Moss, Bild) einmal mehr den Kampf gegen Gilead aufnimmt, treten auch Luke (O.T. Fagbenle) und Moira (Samira Wiley) dem Widerstand bei. (Bild: 2024 Hulu)
Eine schöne Frau, zwei tolle Kinder, ein gut bezahlter Job - und nicht zu vergessen, das großzügige Haus: Noch vor wenigen Monaten war Coops (Jon Hamm) Leben nah am Optimum. Doch dann ließ sich seine Gattin Mel (Amanda Peet) auf eine Affäre mit einem einstigen NBA-Star ein und sich schließlich scheiden. Als wäre das nicht genug des Übels, wird der Hedgefonds-Manager auch noch von seinem Chef auf die Straße gesetzt. Kein Job, keine Frau, kaum mehr Geld: Unter dieser Prämisse beginnt Coop in der Apple-Serie „Your Friends & Neighbors“ (ab 11. April), in die Häuser seiner wohlhabenden Freunde einzubrechen.
Wobei: Freunde? - Eigentlich verachtet Coop das superreiche Klientel der Bonzengegend Westmont Village. Als Erzähler im Off lästert er über die „endlose Parade des verschwenderischen Konsumverhaltens“ im Golfclub. Weil sich der Unterhalt der Kinder samt Privatschule und andere teure Annehmlichkeiten nicht von selbst bezahlen, beschließt Coop aus einer Laune heraus, sich mittels Diebestouren an seinem wohl betuchten Umfeld zu bereichern. Wird er zunächst „nur“ Zeuge von kleineren Betrügereien und Affären hinter den akkurat verputzten Fassaden der titelgebenden Freunde und Nachbarn, begibt sich Coop rasch unversehens in große Gefahr. Der gleich zu Beginn der Serie zu sehende Tote inmitten einer Blutlache ist schließlich mehr als nur ein böses Omen ... Noch dazu hat ihn die knochenharte Pfandleiherin Lu (Randy Danson) ins Visier genommen.

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Ein G20-Gipfel nimmt für Danielle Sutton (Viola Davis) eine unschöne Wende: Plötzlich gerät die US-Präsidentin ins Visier von gefährlichen Belagerern. Doch im Thriller „G20“ steht nicht nur Suttons Leben auf dem Spiel. (Bild: Amazon Content Services LLC)
Auch wenn Coop ein echtes Ekel sein kann, fällt es vor den Bildschirmen schwer, nicht Sympathie für den zunehmend vereinsamten Alleingänger zu entwickeln. Kommentiert von Teilzeitphilosoph und 24/7-Zyniker Coop, bietet „Your Friends & Neighbors“ einen kurzweilig-unterhaltsamen Ausflug in die Welt der Reichen und Schönen.
„The Handmaid's Tale - Staffel 6“ - MagentaTV
Aus der beklemmenden Hilflosigkeit der ersten Staffel ist in der sechsten und letzten Staffel von „The Handmaid's Tale“ ein wütender, sehr persönlicher Kampf gegen und um Gilead geworden. Die Beweggründe sind vielfältig: Manche wollen das totalitäre, fanatisch-religiöses Regime von innen reformieren, viele es von außen zerstören. Sie alle eint die Hoffnung auf eine Zukunft nach ihren Vorstellungen: MagentaTV zeigt ab 8. April drei der insgesamt zehn Episoden der finalen Staffel, die restlichen Episoden folgen bis 27. Mai immer dienstags im Wochentakt.
„The Handmaid's Tale“ hat sich im Laufe der Jahre verändert. Aus dem beklemmenden Alptraum, dem der gleichnamige Roman der Kanadierin Margaret Atwood zugrunde liegt, ist die Suche nach einem Neuanfang geworden. Weniger leiden müssen June Osborne (Elisabeth Moss), Moira (Samira Wiley), Luke (O.T. Fagbenle) und Co. freilich nicht. Vor allem weil sie zweifeln. Lohnt sich der Kampf überhaupt noch, oder sollten sie sich nicht doch anderswo ein neues Leben aufbauen? Die Suche nach der Antwort auf diese Frage bestimmt die erste Hälfte der finalen Staffel - und sie wird eindeutig beantwortet: Ein letztes Mal wird June auf der Suche nach ihrer erstgeborenen Tochter Hannah durch die Hölle Gileads gehen und alte und neue Widersacher zum entscheidenden Duell herausfordern. Ein Sequel der Serie ist übrigens bereits geplant. „The Testaments“ basiert auf der preisgekrönten Romanfortsetzung von Margaret Atwood.
„G20“ - Prime Video
Ein G20-Gipfel nimmt für die US-Präsidentin Danielle Sutton (Oscar-Preisträgerin Viola Davis, „Fences“) im Thriller „G20“ (ab 10. April, Prime Video) eine unschöne Wendung: Die Veranstaltung in Kapstadt wird von Terroristen gestürmt. Die einflussreichsten Staatsoberhäupter der Welt werden von der Terrororganisation als Geiseln genommen: „Mit dem Projekt Deep Fake zwingen wir die Weltmärkte zu einem Neuanfang“, erklärt deren Anführer Rutledge (“Homelander“-Star Antony Starr).
Die ohnehin schon lebensbedrohliche Situation erreicht eine weitere Eskalationsstufe, als auch Suttons Familie, ihr Ehemann Derek (Anthony Anderson) sowie die zwei gemeinsamen Kinder Serena (Marsai Martin) und Demtrius (Christopher Farrar), in Gefahr geraten. Nun setzt die Spitzenpolitikerin alles daran, ihre Lieben zu retten. „G20“ wurde von Patricia Riggen (“Dopesick“) inszeniert. Das Drehbuch stammt von Caitlin Parrish (“Supergirl“, „Twilight of the Gods“) und den Brüdern Logan und Noah Miller (“White Boy Rick“). (tsch)