„Eden“, „Ich will alles. Hildegard Knef“ und „Ein Minecraft Film“, eine prominent besetzte Kino-Adaption des meistverkauften Computerspiels aller Zeiten: Das sind die Kino-Neustarts am 3. April.
„Minecraft“ auf der großen LeinwandDas sind die Kino-Highlights der Woche

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In „Ein Minecraft Film“ verschlägt es ein paar Nerds in die eigentümliche „Minecraft“-Welt. Von links: Emma Myers, Danielle Brooks, Sebastian Hansen und Jason Momoa. (Bild: 2025 Warner Bros. Entertainment)
Nicht-Gamern den Reiz bestimmter Videospiele verständlich zu machen, ist oft schwierig. In diesem Fall erscheint es beinahe unmöglich: Im Zentrum von „Minecraft“ steht, arg vereinfacht erklärt, eine sehr pixelige offene Spielewelt, in der man Ressourcen abbauen, Gebäude errichten und gegen Monster kämpfen kann. Klingt unspektakulär? Unzählige Zocker auf der ganzen Welt sehen es anders. Mit etwa 300 Millionen verkauften Einheiten gilt „Minecraft“ als das erfolgreichste Computerspiel aller Zeiten. Das ist längst nicht mehr bloß eine Daddelei, sondern eine gigantische Marke, die jetzt auch im Kino erprobt wird: In „Ein Minecraft Film“ finden die ikonischen Quadratschädel-Figuren den Weg auf die große Leinwand.

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Steve (Jack Black, links) soll Garrett (Jason Momoa) und seinen Begleitern helfen, sich in der „Minecraft“-Welt zurechtzufinden. (Bild: 2025 Warner Bros. Entertainment)
Was das Publikum in dieser Woche außerdem erwartet: In „Eden“ rekonstruiert Ron Howard einen Konflikt, der in den 1930er-Jahren zwischen deutschen Aussteigern auf einer Galapagosinsel entbrannte, und das Porträt „Ich will alles. Hildegard Knef“ wirft einen neuen Blick auf die Ausnahmekünstlerin, die im Dezember 2025 ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte.
Ein Minecraft Film

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Dr. Friedrich Ritter (Jude Law) und seine Geliebte Dora Strauch (Vanessa Kirby) suchen auf einer einsamen Galapagosinsel nach Wahrheit und Erlösung. Bis neue Nachbarn auftauchen, die ihren Traum vom Paradies gefährden. (Bild: Leonine)
Zur Einordnung, von was für einer Marke und was für einem Marktwert man bei „Minecraft“ spricht: 2014 kaufte Microsoft die schwedische Entwicklerfirma hinter dem sogenannten „Sandbox“-Computerspiel für atemberaubende 2,5 Milliarden Dollar. Immerhin 150 Millionen Dollar wurden nun in ein Filmprojekt gesteckt, das auf der „Minecraft“-Idee basiert. Es spielen einige namhafte Hollywood-Stars mit, darunter Jack Black, Jason Momoa, Danielle Brooks und Jennifer Coolidge. Regie führte Jared Hess, der mit „Ein Minecraft Film“ sein erstes Kino-Großprojekt realisieren durfte. Das Drehbuch schrieb ein mehrköpfiges Team, zu dem unter anderem Allison Schroeder (“Hidden Figures“, „Christopher Robin“) gehört.
Ressourcen einsammeln und Häuser bauen - nichts daran schreit „großes Kino“. Überhaupt fehlt bei „Minecraft“ das cineastische Element, wie man es ja durchaus bei vielen zeitgenössischen Videospielen findet. Es gibt im Spiel keine spannende „Storyline“, und da sind auch keine zentralen Charaktere wie Super Mario, Sonic the Hedgehog oder „Tomb Raider“ Lara Croft, die irgendein nennenswertes Identifikationspotenzial böten. Aber das bedeutet dann eben auch, wie im Videospiel: ein großes Feld mit quasi unbegrenzten Möglichkeiten, auf dem alles möglich erscheint, solange da nur irgendwo die typische kantige „Minecraft“-Optik verarbeitet ist.

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Hein Wittmer (Daniel Brühl) wird von von Dr. Ritters Texten auf die Galapagosinsel Floreana gelockt. (Bild: Leonine)
Und so läuft das dann ab in „Ein Minecraft Film“: Ein paar Außenseiter (manche würden sie vielleicht auch Nerds nennen) um Garrett „Garbage Man“ Garrison (Momoa) werden durch ein mysteriöses Portal in eine unbekannte, eigentümliche Welt voller Würfel und seltsamer Kreaturen gezogen. Und schon ist man mittendrin im bekannten „Minecraft“-Kosmos, in dem natürlich viele spaßige „Easter Eggs“ platziert sind. Garrett und Co. wollen aber trotzdem wieder weg, zurück nach Hause. Steve, ein meisterhafter „Crafter“, der sich in der „Minecraft“-Welt bestens auskennt, soll ihnen dabei helfen. Der Beginn eines kunterbunten Bauklotz-Abenteuers zwischen Action und Animation, das nicht nur Gamer, sondern im besten Fall die ganze Familie unterhalten soll.
Eden

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„Ich will alles. Hildegard Knef“ zeichnet ein neues Bild der titelgebenden Ausnahmekünstlerin, die im Dezember 2025 ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte. (Bild: Piffl Medien)
Ein neuer Anfang weit weg vom Krieg, ein unabhängiges Leben in Freiheit - und dann noch vor so einer malerischen Kulisse: Es war wohl nicht weniger als der Traum vom Paradies, der in den 1930-ern ein paar Deutsche ans andere Ende der Welt lotste. Und dann wurde daraus doch ein Albtraum. Was genau passierte, ist bis heute nicht lückenlos geklärt, obwohl über die Jahrzehnte zahllose Schriftsteller und Journalisten den Geschehnissen von damals nachspürten. Jetzt tut es auch Hollywood-Regisseur Ron Howard: In „Eden“ versucht er mit fast hundert Jahren Abstand zu rekonstruieren, wie zwischen deutschen Aussteigern auf einer Galapagosinsel ein heftiger Konflikt entbrannte.
Die realen Ereignisse, die natürlich gerade deshalb so spannend sind, weil die einzelnen Schilderungen der Beteiligten (oder besser: Überlebenden) so weit auseinanderdriften, sollen Ron Howard (“Apollo 13“, „A Beautiful Mind“) schon lange fasziniert haben. Jetzt erzählt er sie also in der Version, wie er sie versteht, in einem Spielfilm nach. Stoff für einen veritablen Thriller bietet diese Geschichte voller Neid, Missgunst und Gewalt allemal, und so konnte Howard auch einige Stars für sein „Eden“-Projekt gewinnen.

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„Ich will alles“ zeigt viele Archivaufnahmen von Hildegard Knef. Insgesamt deckt der ambitionierte Film sechs Jahrzehnte ab. (Bild: Piffl Medien/Funkturm Verlag/rbb Media)
Dr. Friedrich Ritter (Jude Law) ist zuerst da. Ende der 1920-er, kurz nach dem Ersten Weltkrieg, beschließt er, mit seiner schwer kranken Geliebten Dora Strauch (Vanessa Kirby) Deutschland zu verlassen. Seine Suche nach der „wahren Natur der Menschheit“ führt ihn und Dora auf die Galapagosinsel Floreana. Nichts ist da, außer eben viel Raum zur freien Entfaltung und zum Philosophieren über Schmerz, Wahrheit und Erlösung. Dr. Ritter publiziert vom Exil aus einige Texte. Einer davon lockt schließlich auch Heinz Wittmer (Daniel Brühl) und dessen Familie (Sydney Sweeney, Jonathan Tittel) nach Floreana - sehr zum Missfallen von Dr. Ritter, in dessen Vision vom Paradies kein Platz ist für Nachbarn.
Ich will alles. Hildegard Knef
Meinungsstark, charismatisch, klug und vielfältig talentiert, zuweilen aber auch divenhaft und immer wieder umstritten: Hildegard Knef war eine Persönlichkeit, wie man sie heute in der Unterhaltungswelt kaum noch vorfindet. So viel wurde schon über die 2002 verstorbene Schauspielerin, Sängerin und Autorin erzählt und geschrieben, aber dass sie jemand einmal in all ihren Facetten erfasst hätte, wagt kaum jemand von sich zu behaupten. Jetzt, wenige Monate vor Knefs 100. Geburtstag (28. Dezember), versucht sich mal wieder ein neuer Film an einer Annäherung.
„Ich will alles. Hildegard Knef“ heißt die Mischung aus Dokumentation und Porträt, die jetzt in den Kinos startet. Ein groß angelegtes Porträt über Knef, das sechs Jahrzehnte abdeckt, konzipiert und inszeniert von der Regisseurin Luzia Schmid, die schon mehrfach mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde (zuletzt 2024 für „Drei Frauen - Ein Krieg“). Mit „Ich will alles“ möchte Schmid einen „frischen, unverstellten Blick“ auf ein „bis zum Äußersten gewagtes“ Leben voller Höhen und Tiefen werfen.
Gewagt, das meint etwa solche Episoden wie die, als Hildegard Knef 1951 nackt im Film „Die Sünderin“ auftrat. Aber da ist noch einiges mehr. Viel Anecken, Sich-neu-erfinden, auch viel Scheitern. Um all das zu illustrieren, arbeitet Schmid mit einer großen Fülle an Archivmaterial. Daneben integriert sie auch diverse Behind-the-Scenes-Momente sowie selten gezeigte Interviews und Talkshow-Auftritte, um ein neues, aktuelles Bild von Hildegard Knef zu zeichnen. Neben Knefs Tochter Christina Palastanga, die aufschlussreich von ihrer Mutter erzählt, wirkt auch Schauspielerin Nina Kunzendorf in dem Film mit, für den sie einige autobiografische Sequenzen aus Knefs Texten einsprach. (tsch)