Nach Demo gegen AntisemitismusUschi Glas: „Bekomme massenhaft Morddrohungen“

Uschi Glas bezieht immer wieder zu gesellschaftspolitischen Themen Stellung. (Bild: 2024 Getty Images/Hannes Magerstaedt)

Uschi Glas bezieht immer wieder zu gesellschaftspolitischen Themen Stellung. (Bild: 2024 Getty Images/Hannes Magerstaedt)

Uschi Glas setzt sich ein – und bekommt dafür nicht nur Applaus, sondern auch erschreckenden Hass zu spüren. Die 80-jährige Schauspielerin erhielt Morddrohungen, weil sie sich gegen Antisemitismus starkmacht.

Vor zwei Wochen war Uschi Glas bei einer Demonstration in München dabei. Gemeinsam mit ihrem Mann Dieter Hermann, dem jüdischen Professor Guy Katz und der deutsch-israelischen Journalistin Antonia Yamin zeigte sie auf dem Marienplatz Haltung gegen Antisemitismus in Deutschland. Die drei Demo-Teilnehmer hielten Plakate mit den Aufschriften „Nie wieder“, „Genauso fing es damals an“ und „Ich habe Angst, als Jude erkannt zu werden“ hoch.

Die Reaktionen in den sozialen Medien fielen mitunter heftig aus. Neben kritischen Kommentaren gab es sogar Aufrufe zu Gewalt gegen Uschi Glas. Einige der Hassbotschaften waren kaum verhohlene Morddrohungen. „Mehr Messermorde“, schrieb ein Nutzer. Ein anderer fragte zynisch: „Wo ist denn jetzt der Syrer mit dem Messer, wenn man ihn mal braucht?“

Uschi Glas: „Ich lasse mich nicht abschrecken“

Für die Täter wird das Konsequenzen haben. Uschi Glas geht juristisch gegen die Drohungen vor. „Ich bekomme massive Mordaufrufe über die sozialen Medien“, sagte sie gegenüber „Bild“. „Diese Drohungen machen mich sprachlos. Ich lasse das jetzt anwaltlich prüfen. Ich habe den Mut, gegen Menschen vorzugehen, die Hass und Gift verbreiten. Ich werde das nicht erdulden.“

Die Justiz hat bereits reagiert. Der Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Justiz, Andreas Franck, nahm Ermittlungen auf. „Es besteht der Verdacht einer Billigung von Straftaten. Das Strafgesetzbuch sieht dafür eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor“, erklärte Franck laut „Bild“. Experten der Kriminalpolizei suchen nun nach den Verfassern der Hassnachrichten.

Doch Uschi Glas lässt sich nicht einschüchtern. „Ich lasse mich nicht abschrecken. Wir brauchen in unserem Land eine klare Haltung“, wird sie von „Focus.de“ zitiert.

„Liebe Frau Glas, ich verbeuge mich vor Ihrem Mut und Engagement“

Klare Haltung zeigt sie seit Langem. Ob in der Flüchtlings- oder Familienpolitik, Glas spricht offen über ihre Ansichten. Im Mai 2023, zum 75. Jubiläum des Grundgesetzes, postete sie auf Instagram: „Ich liebe Deutschland, weil wir in Freiheit, Frieden und toleranter Vielfalt leben dürfen. Ich liebe Deutschland, aber wir sollten uns nicht in der Bequemlichkeit wiegen, dass unsere Demokratie und Frieden selbstverständlich sind. Als Gesellschaft und auch von der Politik wünsche ich mir mehr Haltung, Klarheit und Ehrlichkeit.“ Ihre Follower und Followerinnen – rund 15.000 an der Zahl – lobten sie dafür.

Hier seht ihr den genannten Instagram-Beitrag:

Auch für ihren jüngsten Einsatz am Marienplatz bekam sie viel Zuspruch. „Liebe Frau Glas, ich verbeuge mich vor Ihrem Mut und Engagement“, schrieb ein Fan. Doch neben Lob gab es auch zahlreiche hasserfüllte Kommentare. Einige waren sachliche Meinungsäußerungen, andere reine Hetze. (tsch)