Was ist denn da los?Köln kriegt eine neue Straße – das steckt dahinter

Ein Mann steht mit Bohrmaschine in der Hand vor einem Straßenschild mit der Aufschrift Straße der Spekulanten.

Mietrebell Kalle Gerigk hat die Deutz-Mülheimer-Straße symbolisch in „Straße der Spekulanten“ umbenannt.

Der Kölner Mietrebell Kalle Gerigk ist immer für eine ungewöhnliche Idee gut. Jetzt hat er eine Straße kurzerhand umbenannt. 

von Iris Klingelhöfer  (iri)

An der Deutz-Mülheimer-Straße steigt eine ungewöhnliche Feier – denn die Straße ist kurzerhand umbenannt worden. Ihr neuer Name: Straße der Spekulanten!

„Ist natürlich nur symbolisch“, erklärt Mietrebell Kalle Gerigk am Freitag (4. April 2025) kurz vor der „offiziellen“ Umbenennung. Er steckt hinter der Aktion. 

Kölner Mietrebell mit Umbenennungs-Aktion in Deutz

„Das ehemalige KHD-Gelände in Köln-Deutz ist zum Sinnbild skrupelloser Immobilienspekulationen geworden“, beklagt Kalle Gerigk, der sich regelmäßig gegen Leerstand und Wuchermieten einsetzt.

Seit der Schließung der Klöckner Humboldt Deutz AG (KHD) im Jahr 1997 habe das Areal mehrfach den Besitzer gewechselt. Investoren hätten eine moderne Quartiersentwicklung mit Wohn- und Gewerbeflächen versprochen – übrig geblieben seien jedoch vor allem Bauruinen und unerfüllte Versprechen.

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„Während in Köln der Wohnraummangel immer dramatischer wird, dient das KHD-Gelände als weiteres Beispiel für die negativen Folgen von Immobilienspekulationen“, behauptet Gerigk und fordert, dass das Gelände endlich der Allgemeinheit zugutekommt. 


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Der bekannte Kölner Mietrebell: „Wir fordern eine verantwortungsvolle Stadtentwicklung und ein Ende der Profitmaximierung auf Kosten der Bevölkerung.“

Um auf den Missstand aufmerksam zu machen, heißt die Deutz-Mülheimer-Straße nun symbolisch Straße der Spekulanten und das neue Straßenschild wurde feierlich enthüllt. Die Aktion wird von zahlreichen Initiativen unterstützt. 

Kalle Gerigk ist immer für eine ungewöhnliche Idee gut, um auf Missstände aufmerksam zu machen. So hatte er bereits Ende September unter dem satirischen Motto Baugruben zu Baggerseen zum Protest gegen den Schandfleck an der Deutz-Mülheimer-Straße aufgerufen.

Im Kölner Nobelstadtteil Marienburg veranstaltete er eine Satire-Demo. Teilnehmende, mit falschen Klunkern und Fake-Pelzen behangen, hielten Schilder hoch, darauf unter anderem „Eure Armut kotzt uns an“.