Christian Zimmermann studiert in Köln, aber eine Wohnung sucht er verzweifelt. Er wohnt in Essen und pendelt zweimal die Woche.
Kölner Studi-FrustChristian total verzweifelt: „Einfach unverschämt“

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Christian Zimmermann aus Essen ist einer von vielen Studierenden in Köln, die keine Wohnung finden.
Lange ist Christian Zimmermann noch nicht Student an der Kölner Universität – seit dem Wintersemester 2024/25 ist er dabei. Und wie viele andere hat er ein Wohnungsproblem.
„Ich bin zwar erst im ersten Semester, aber ich finde absolut keine Wohnung“, meldete sich Christian verzweifelt bei EXPRESS.de. „Ich wohne derzeit in Essen und pendel jetzt zweimal die Woche zur Uni nach Köln.“
Kölner Student: Vier Stunden mit dem Zug unterwegs
„Die Strecke fahre ich meistens mit der S6 und für eine Strecke benötige ich circa zwei Stunden – also vier Stunden Fahrt für Hin- und Rückweg“, schilderte Christian seien Bahn-Marathon. Etwas schneller geht es mit dem RE1.
Wohnungsangebote habe er zwar schon einige bekommen, „aber die Preise sind einfach unverschämt. 800 Euro für ein kleines WG-Zimmer kann ich mir nicht leisten“, so Christian. Natürlich würde auch das Studium darunter leiden. Richtiges Lernen im Zug sei bei dem Gedränge oft kaum möglich.
Die Kölner Wohnungsnot für Studierende ist bekannt. Bereits im November 2024 richtete sich der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Köln in einem offenen Brief an Oberbürgermeisterin Henriette Reker.
„Immer mehr Studierende sind nicht mehr in der Lage, sich eine Wohnung in Köln zu leisten. Der Bafög-Höchstsatz, den nur wenige Studierende erhalten, liegt bei 992 Euro, davon sind 380 Euro für die Finanzierung der Miete vorgesehen. Ein durchschnittliches WG-Zimmer in Köln kostet über 500Euro“, rechnete der AStA vor.
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Damit gehört Köln zu den teuersten Studierendenstädten Deutschlands. Der AStA ergänzte: „Deutschlandweit geben Studierende etwa 54 Prozent ihres Einkommens nur für Miete aus. Zum Vergleich: die/der durchschnittliche Kölner/in verwendet etwa 30 Prozent des Einkommens für Miete. Das hat zur Folge, dass die Wohnungen und WG-Zimmer, die Studierende sich in dieser Stadt noch leisten können, enorm umkämpft sind.“
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Mehrere hundert Personen würden sich regelmäßig auf ein WG-Zimmer oder eine Wohnung bewerben. Das Angebot komme der hohen Nachfrage seit Jahren nicht mehr nach, was schließlich in einem feindseligen Umfeld mit hohem Missbrauchspotenzial münden würde.
„Betrugsfälle über mehrere tausend Euro sowie sexuelle Belästigung und Diskriminierung von Frauen sowie von Trans- und nicht-binären Personen bei Wohnungsbesichtigungen sind dabei nur Extrembeispiele, die sich in der Studierendenschaft immer weiter häufen. Die aktuelle Wohnungsnot fördert dieses Potenzial, ohne Aussicht auf Besserung“, lautete das Fazit der AStA.