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Trump eiskalt abserviertVerbündeter Saudi-Arabien lässt US-Militär im Stich

Saudi-Arabiens Kronprinz bin Salman zu Besuch in Washington

Copyright: Evan Vucci/AP/dpa

Besonders das Verhältnis zwischen Washington und Riad steht unter Druck. (Archivbild)

Aktualisiert:

Eklat am Golf: Riad verweigert US-Präsident Donald Trump die Gefolgschaft.

Die traditionelle Partnerschaft zwischen Amerika und Saudi-Arabien wird seit Beginn des Iran-Konflikts Ende Februar auf eine harte Probe gestellt. Früher bezeichnete US-Präsident Donald Trump den saudischen Thronfolger Mohammed bin Salman noch als „fantastischen Kerl“. Inzwischen führt er ihn öffentlich vor. „Er sollte lieber nett zu mir sein“, erklärte Trump zum Start des Krieges und ergänzte, der Kronprinz hätte niemals vermutet, sich bei ihm derart anbiedern zu müssen.

Riad möchte aber auf keinen Fall noch tiefer in den sich ausweitenden Konflikt geraten. Als Standort für amerikanische Soldaten wurde das Königreich wiederholt zum Ziel von Attacken aus dem Iran. Obwohl die Verteidigung meist durch Raketen der USA gelang, nimmt die Furcht vor einer unkontrollierbaren Eskalation zu.

US-saudische Partnerschaft: Das Bündnis bröckelt

Im Grunde genommen sind die Vereinigten Staaten und das strenggläubige Königreich seit langer Zeit verbündet. Ein Fundament der Beziehung ist die Kooperation im Militärbereich: Amerika ist an verschiedenen Stützpunkten vor Ort, und auf der Prinz-Sultan-Luftwaffenbasis befinden sich circa 2.000 amerikanische Truppen.

Die USA gewähren militärische Sicherheit, während Saudi-Arabien als Top-Ölförderer und regionale Großmacht für die Interessen Washingtons essenziell ist. Speziell sichern die Vereinigten Staaten das Königreich gegen Gefahren ab, die vom Iran und seinen Partnern wie den Huthi im Jemen ausgehen.

Trumps „Projekt Freiheit“ endet im Fiasko

Dann der große Knall: Am Montag begannen die USA mit dem „Projekt Freiheit“, damit die durch den Iran gesperrte Straße von Hormus – ein entscheidender Weg für den globalen Öl-Verkehr – erneut für die Schifffahrt passierbar wird. Aber schon am Folgetag gab Trump unerwartet eine Unterbrechung der Operation bekannt. Die Ursache: Nicht der Feind in Teheran, sondern der vermeintlich engste Partner in der Golfregion.

Laut Meldungen des Senders NBC News, die sich auf zwei amerikanische Regierungsvertreter stützen, verweigerte Riad Washington die Verwendung einer Airbase und des nationalen Luftraums für die Mission. Eine absolute Brüskierung! Ohne Zugriff auf saudische Basen ist die amerikanische Anwesenheit in der Gegend stark limitiert. Das Wall Street Journal bezeichnet dies als die heftigste Auseinandersetzung innerhalb der militärischen Partnerschaft seit langer Zeit.

Eigennutz statt blinder Loyalität

Der Zoff ist auf starkes Misstrauen zurückzuführen. Das saudische Königreich hat das Gefühl, von Washington bei zentralen Beschlüssen ignoriert zu werden. Unter Thronfolger Mohammed bin Salman fährt Riad einen kompromisslosen „Saudi First“-Kurs. Der eigene ökonomische Wandel („Vision 2030“) soll nicht von einem Konflikt aufs Spiel gesetzt werden, der in ihren Augen von Amerika heraufbeschworen wurde.

Amerika hingegen zeigt sich frustriert über die fehlende Kooperation. Das frühere Vertrauensverhältnis hat Risse bekommen. Analysten bewerten die aktuelle Partnerschaft als sachlich und von Eigennutz bestimmt, anstatt von uneingeschränkter Gefolgschaft.

Iran-Konflikt als Katalysator der Krise

Der Konflikt mit dem Iran funktioniert wie ein Beschleuniger für das Auseinanderdriften. Wiederholte Attacken aus Teheran auf amerikanische Basen im Königreich, beispielsweise auf die Prinz Sultan Air Base nahe Riad, machten den Saudis schmerzlich deutlich: Sie geraten ins Fadenkreuz, sobald sie Washington zu viel militärische Freiheit einräumen. Riad möchte eine weitere Zuspitzung umgehen und bemüht sich um Neutralität, wohingegen Amerika auf eine Strategie der militärischen Einschüchterung pocht.

Vorerst scheint die akute Auseinandersetzung beigelegt zu sein. Laut dem Wall Street Journal haben sowohl Saudi-Arabien als auch Kuwait ihre Restriktionen gegenüber den amerikanischen Streitkräften zurückgezogen. Dem gingen anscheinend mehrere Gespräche am Telefon zwischen Trump und dem Thronfolger voraus. Fachleute erkennen trotzdem das nahende Ende der alleinigen US-Dominanz in der Gegend. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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