Pierre Littbarksi macht sich intensive Gedanken um die Zukunft des 1. FC Köln. Jetzt meldete er sich mit weiteren Ideen zu Wort.
Keller „fehlt ein wenig Charisma“Littbarski nennt seine Favoriten, um den FC nach oben zu bringen

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Ex-FC-Profi Pierre Littbarski, hier im Jahr 2019.
Mit dem 1. FC Köln hat er große Erfolge gefeiert: Pierre Littbarski (64) gewann 1983 den DFB-Pokal und wurde 1990 Weltmeister. Bald will er den FC zurück in der europäischen Spitze sehen.
Vor wenigen Tagen hatte er die vermeintliche One-Man-Show beim FC unter Sportchef Christian Keller (46) moniert. Seine Forderung: „Ich bin der Meinung, dass man für den sportlichen Bereich ein dreiköpfiges Gremium bilden sollte, das dem Vorstand untersteht. Diese drei Leute sollten absolut unabhängig sein, ein rot-weißes Herz haben und sich nicht den Mund verbieten lassen. Der Sportdirektor arbeitet mit diesem Team zusammen, da kann man sich auch mal was um die Ohren hauen. Aber am Ende dürfen nicht die Eitelkeiten zählen, sondern man muss nur die besten Entscheidungen für den 1. FC Köln treffen.“
Pierre Littbarski bringt Hector, Helmes und Risse ins Spiel
Littbarski forderte auf Instagram auch die Fans auf, ihre Kandidaten zu benennen. Er selber wollte dann auch seine Favoriten öffentlich machen. Das tat er am Freitag (4. April 2025) auf Instagram.
Zunächst ging Litti aber auf Kritik an seiner Person ein. Viele Fans fragen sich, warum er sich erst jetzt um den FC kümmern würde. Er sagt: „30 Jahre hatte der FC keine Verwendung für mich, was vollkommen okay ist. Da habe ich bei anderen Klubs gearbeitet und es ist eine Sache des Anstandes, dass man sich da auf den eigenen Klub konzentriert.“
Andere vermuten, dass Litti sich nur für einen Posten selbst in Stellung bringen will. Darauf antwortet er: „Ich möchte keinen Vertrag beim FC haben, ich suche keine Arbeit, ich habe genug andere Sachen. Ich möchte dem FC helfen.“
Weitere Kritikpunkte gegen den ehemaligen Weltklassespieler: Er habe keine Ahnung vom aktuellen Geschäft. Litti kontert: „Ich habe zwölf Jahre in Wolfsburg gearbeitet, darunter sieben Jahre als Leiter der Scoutingabteilung. Deshalb nehme ich mir das Recht mich zu äußern, ich weiß, wovon ich spreche und lasse mir auch nicht den Mund verbieten.“
Dann lüftet er die Namen, die dem FC sportlich weiterhelfen könnten: Von den Fans wurden am häufigsten Littbarski, Toni Schumacher und Lukas Podolski genannt. Der 64-Jährige sagt: „Litti, Poldi, Tünn – das waren die meisten in den Kommentaren: Ich nehme euch gleich den Wind aus den Segeln, die kannst du alle drei nicht gebrauchen. Ich halte gar nichts davon, alte Säcke in das tägliche Geschäft einzubauen, das funktioniert nicht. Tünn und Litti fallen schonmal raus. Bei Poldi weiß ich, dass er eine andere Lebensplanung hat. Aber später wird er bestimmt mal Präsident, wenn man älter wird, wird man auch ein bisschen ruhiger.“
Dann kommt Littbarski zu seinen eigenen Kandidaten: Im Jugendbereich sollte man einen Mann installieren, der die Sprache der Jungen spricht und der Stallgeruch hat. Littis Vorschlag: „Für diese Position kann ich mir gut Marcel Risse oder Matthias Scherz vorstellen.“
Litti sieht beim aktuellen Sportchef Christian Keller zwar gute Ansätze, sagt aber auch in Richtung des Sportchefs: „Ich glaube, du brauchst ein bisschen Hilfe an deiner Seite, dir fehlt ein wenig Charisma, auch der Stallgeruch ist nicht da. Profis, die mal gespielt haben, haben eine ganz andere Sichtweise. Auch bei Verhandlungen ist es etwas anderes, wenn da ein Ex-Profi sitzt.“
Peter Neururer und Friedhelm Funkel sollten die Rolle von Keller nochmal intern genauestens prüfen: „Da kriegst du ein ehrliches Ergebnis und kannst dann an den Stellschrauben arbeiten.“ Litti will aus dem System Keller das Team Keller machen, wo mehrere Leute mitwirken.
Littis Vorschlag für Mitarbeiter: Jonas Hector und Patrick Helmes. „Der eine bisschen ruhiger, der andere ein bisschen frecher. Beide Nationalspieler – mit diesem sportlichen Dreigestirn kann man was Tolles entwickeln und den FC zu einer Mannschaft machen, die keine Fahrstuhlmannschaft mehr ist und später wieder in den europäischen Wettbewerb kommt.“