Der 1. FC Köln absolvierte am Sonntag sein letztes Heimspiel dieser Saison gegen den 1. FC Heidenheim. Für die Gäste ging es um den Klassenerhalt, für FC-Trainer René Wagner um seine Zukunft am Geißbockheim.
Peinlich-AuftrittFC kassiert Heidenheim-Ohrfeige – keine Werbung für Wagner
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Sie hatten sich so viel vorgenommen für den letzten Heimauftritt! Klassenerhalt feiern, drei Spieler gebührend verabschieden, Trainer René Wagner zu einem langfristigen Vertrag verhelfen – doch es wurde peinlich gegen den Tabellenletzten! Der 1. FC Köln wurde am Sonntag (10. Mai 2026) vom 1. FC Heidenheim beim 1:3 vorgeführt.
Das bisherige Schlusslicht aus Heidenheim kann am letzten Spieltag jetzt noch in die Relegation rutschen. Wie es mit Trainer René Wagner beim FC weitergeht, wird sich zeigen. Sportchef Thomas Kessler wollte seinen Kandidaten dem Gemeinsamen Ausschuss vorstellen, damit die Personalie abgesegnet wird. An den Plänen könnte sich jetzt etwas ändern!
Heidenheim spielerisch deutlich besser als der FC
Das Spiel war jedenfalls keine Werbung für Wagner und erleichtert die FC-Entscheidung nicht. Es ging munter los in Müngersdorf: Die Gäste machten gleich deutlich, dass sie den letzten Rettungsstrohhalm ergreifen wollten. Köln Cenk Özkacar half kräftig mit, spielte im Aufbau einen Fehlpass. Dann ging es schnell: Ibrahimovic konnte flanken, Schöppner traf zum 0:1 (8.), weil Özkacar nicht ins Luftduell kam.
Die Kölner antworteten zügig. Nur zwei Minuten später traf Bülter nach Vorarbeit von Johannesson zum Ausgleich, Krauß hatte eingeleitet. Es entwickelte sich eine offene Partie. Köln wollte zwar, konnte aber nicht.
Die beste Szene gab es nach 20 Minuten: Kaminski gab über rechts Vollgas, seine Hereingabe verpasste El Mala nur knapp. Heidenheims Traore konnte den FC-Youngster noch entscheidend stören. Spielerisch waren die Gäste dem FC phasenweise überlegen.
Und Köln war hinten wieder fahrig und nur halbherzig in den Zweikämpfen! Die Folge: 1:2 nach 28 Minuten. Dinkci drang nach einem Doppelpass in den Strafraum ein, Johannesson klärte den Ball genau in die Füße von Ibrahimovic. Dessen Schuss beförderte Lund ins eigene Tor.
Nach 41 Minuten hätte es sogar 1:3 heißen können, doch Schwäbe bekam noch irgendwie die Finger dran bei Pieringers Schuss von halbrechts. Dem FC fiel nicht viel ein. Wenn die Wagner-Schützlinge mal vors Tor kamen, waren sie nie präzise. Zur Pause gab es einige Pfiffe.
Mit diesem Fußball konnte sich Trainer Wagner nicht für eine weitere Anstellung empfehlen. Vor dem Spiel gab er sich im TV-Interview noch zuversichtlich, dass es am Montag eine Entscheidung zu seinen Gunsten geben könnte: „Wir haben es bei der PK schon gesagt, Thomas Kessler hält mich da auch raus. Und dann gehe ich mal davon aus, dass wir ab morgen dann mehr wissen werden.“
Der FC wollte in der zweiten Halbzeit die Partie noch drehen, zwingende Chancen gab es nicht. Eine Schrecksekunde gab es nach 54 Minuten, als El Mala den Heidenheimer Niklas Dorsch mit voller Wucht am Hinterkopf erwischte. Er blieb zunächst benommen liegen und musste behandelt werden, konnte dann aber weitermachen.
Heidenheim verteidigte die Führung giftig. Wagner reagierte und brachte nach knapp einer Stunde Luca Waldschmidt für Tom Krauß. Doch Heidenheim war dem nächsten Treffer näher als der FC. Jan Schöppner zog nach feinem Konter knapp drüber. Ibrahimovics Schlenzer konnte Schwäbe klären. Die Gäste setzten sich in der FC-Hälfte fest und ließen den Ball laufen, die Kölner schauten zu.
Nach 70 Minuten kam Florian Kainz vor seinem Karriereende zu den letzten FC‑Minuten. Für ihn gab es tosenden Applaus bei seinem 205. Spiel mit Geißbock auf der Brust! Auch Alessio Castro-Montes wurde eingewechselt. Für sie mussten Schmied und Maina runter.
Doch die gute Stimmung um Kainz wurde jäh unterbrochen, weil Heidenheim das 3:1 machte! Schöppner erzielte seinen zweiten Treffer, stand völlig frei im Strafraum. Die Kölner Fans reagierten mit einem Pfeifkonzert.
Die Führung war in dieser Höhe mehr als verdient: Heidenheim war in allen Belangen überlegen, spielte flüssiger und agierte giftiger. Für den letzten Heim-Jubel der Saison sorgte lediglich noch die späte Einwechslung von Dominique Heintz als Abschiedsgeschenk des Trainers, nach Abpfiff gab es für den Auftritt allerdings auch ein lautstarkes Pfeifkonzert.
Köln startet gegen Heidenheim mit folgender Aufstellung: Schwäbe – Sebulonsen, Schmied, Özkacar, Lund – Krauß, Johannesson – Maina, Bülter, Kaminski – El Mala
Im Vorfeld gab es Wirbel, weil Jahmai Simpson-Pusey das Anschwitzen am Morgen um 9.30 Uhr verpasst hatte. Er wurde aus dem Kader gestrichen und durch Joel Schmied ersetzt. Nach dem Spiel wurden Florian Kainz, Dominique Heintz und Luca Kilian gebührend verabschiedet.

