Das Eigelstein wurde zu einem großen Filmset. Köln zur Zeit der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933.
„Wählt Adolf Hitler!“Nazi-Plakate in Kölner Veedel – Brauhaus vorübergehend geschlossen

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„Wählt Adolf Hitler!“ Eins der Wahlplakte, die für den Filmdreh am Eigelstein hängen.
Fast 100 Jahre zurück am Eigelstein: „Babylon Berlin“ ist da – mit großem Aufgebot. Film ab!
In der fünften und letzten Staffel der ARD-Erfolgsserie wird auch Köln zum Schauplatz – die Heimatstadt des Kommissars Gereon Rath (gespielt von Volker Bruch), der die Zuschauer bislang als Mordermittler im Moloch und Sündenbabel Berlin der 1930er Jahre fasziniert.
Dreharbeiten auch im Brauhaus „Em kölsche Boor“
Jetzt verwandelt sich das Eigelstein-Viertel südlich der Torburg zum Filmset. Bei einem Spaziergang über den Eigelstein traf man am Mittwoch (2. April 2025) vor dem Brauhaus „Em kölsche Boor“ auf eine Gruppe kostümierter Komparsen im Look der Epoche – die Gaststätte blieb während der Dreharbeiten für Gäste dicht. Auch am Donnerstagabend (3. April, 22 Uhr bis 24 Uhr) findet hier noch ein Nachtdreh statt.
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Die Handlung spielt zur Zeit der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933. Es ist die Endzeit der Weimarer Republik. Die schmale, pittoreske Straße „Im Stavenhof“ mit ihrem alten Kopfsteinpflaster wurde zur historischen Filmkulisse. Eine Bretterwand wurde an einer Hausfassade installiert.
Dort hängen neben Wahlkampfplakaten für die NSDAP („Wählt Adolf Hitler!“ oder „Gebt Hitler vier Jahre Zeit zum Aufbauen!“) und die KPD mit Parteichef Ernst Thälmann („Nur die rote Einheitsfront kämpft gegen den Faschismus“) auch Karnevalsplakate. Eins wirbt für eine Karnevalsveranstaltung der „Kölsche Funke rut-wieß vun 1823“.

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Komparsen und Komparsinnen stehen vor dem Brauhaus „Em kölsche Boor“.
Auch rund um die Terrasse des Café „Ayni“ stehen die Zeichen auf „Babylon“. Da steht ein 30er-Jahre-Oldtimer einer „Bäckerei Westerhorstmann“, da liegt eine „historische“ Litfaßsäule auf dem Boden, die ihren Dienst entweder bereits erfüllt hat oder für die Dreharbeiten noch aufgestellt wird und ein Hubwagen für Filmtechnik, einer von mehreren in der Gegend.
Ihr seid von den Dreharbeiten auch betroffen oder wird bei euch in der Wohnung sogar gedreht? Hier könnt ihr sofort Fotos, Videos und Infos hochladen:
„Die Filmcrew hat das Viertel in Beschlag genommen. Aber alle sind sehr freundlich“, meint der Betreiber des „Ayni“. Gestern habe er seine Terrasse aber bereits um sechs geschlossen, statt sonst um Mitternacht. Für die Dauer der Drehtage hat er die Phantasie-Gaststätte „Café zum Dom“ als Nachbar.
In einem Aushang an der Tür bittet die Filmproduktionsgesellschaft die Anwohner und Anwohnerinnen des Hauses Im Stavenhof 5 bis 7 „höflich darum, während der Dreharbeiten kurz zu warten, bevor Sie das Haus verlassen. Unser Ziel ist es, die Dreharbeiten so reibungslos wie möglich zu gestalten, um die Dreharbeiten nicht unnötig zu verlängern.“ Das sollte wohl gelingen.