Nach dem Unfalltod des kleinen Henry in Pulheim steht die Anklage. Es geht um fahrlässige Tötung.
„Wenn Liebe eine Leiter wäre“Nach erstem Todestag von Henry (†10) in Pulheim: Anklage erhoben
Das zweite Weihnachtsfest ohne Henry (†10)... Besonders für seine Familie ist dies eine ganz besonders schwere Zeit. Und in Kürze steht auch noch ein Prozess an.
Nach dem Unfalltod des kleinen Jungen in Pulheim (Rhein-Erft-Kreis) im September letzten Jahres hat die Kölner Staatsanwaltschaft jetzt Anklage gegen einen Lkw-Fahrer erhoben.
Anklage nach Unfalltod von Henry (†10) in Pulheim
Es geht um fahrlässige Tötung. „Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, dass er den jungen Radfahrer beim Abbiegevorgang übersehen hat“, erklärte Gabriele Schotten, Sprecherin des zuständigen Amtsgerichts Bergheim, am Dienstag (17. Dezember 2024) gegenüber EXPRESS.de.
Über die Eröffnung des Hauptverfahrens sei jedoch noch nicht entschieden worden. Dementsprechend steht für den Prozess noch kein Termin fest. In der Regel fällt bei Verfahren, in denen es um fahrlässige Tötung geht, noch am selben Tag das Urteil.
Die Trauer um Henry ist unermesslich groß und schmerzlich. „Wenn Liebe ein Leiter wäre und Erinnerungen die Stufen, würden wir hinaufsteigen, um Dich zu uns zurückzuholen“, schrieben die Eltern am ersten Todestag ihres geliebten Sohnes.
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Am Nachmittag des 18. Septembers 2023 wollte Henry mit dem Fahrrad von der Schule nach Hause radeln. Doch dort kam er nie an. Ein Lkw-Fahrer (30), der am Paul-Decker-Platz nach rechts Richtung Stommeln abbiegen wollte, hatte den Zehnjährigen erfasst.
Geisterrad an Unfallstelle in Pulheim als Gedenkstätte und Mahnmal
Der Schüler wurde unter dem Laster eingeklemmt. Ersthelfenden gelang es, ihn zu befreien. Doch seine Verletzungen waren so schwer, dass er wenig später im Krankenhaus verstarb.
Nach Henrys tragischen Tod wurde an der Unfallstelle ein sogenanntes Geisterrad aufgestellt – als Gedenkstätte, aber auch als Mahnmal, dass erneut ein Radfahrer im Straßenverkehr sein Leben verloren hat. Im Video oben erfahrt ihr, wie man sich bei einem Notruf richtig verhält.
Der tödliche Unfall des Zehnjährigen wurde bereits zum Anlass genommen, die Lage am Knoten Paul-Decker-Straße/Venloer Straße zu untersuchen. „Der Knoten ist auffällig. Es herrscht ein ziemliches Durcheinander“, sagte eine Verkehrsplanerin in der „Kölnischen Rundschau“.
So sei die Beschilderung widersprüchlich, teilweise auch unvollständig und die Radverkehrsführung sehr unübersichtlich. Es sollen jetzt kurzfristig Lösungen umgesetzt werden.