„Schwerer Schlag für die Weltwirtschaft“Entsetzen über Donald Trump – große Sorge in Deutschland

Trumps gewaltiges Zollpaket ist faktisch eine Kampfansage an Handelspartner in aller Welt. Es sorgt für Entsetzen und Empörung – die Reaktion darauf dürfte zeitnah kommen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle scharf kritisiert und entsprechende Reaktionen angekündigt.

Die neuen Zölle seien ein „schwerer Schlag für die Weltwirtschaft“, sagte von der Leyen am Donnerstag bei einem Besuch in der usbekischen Stadt Samarkand. „Wir bereiten uns jetzt auf weitere Gegenmaßnahmen vor, um unsere Interessen und unsere Unternehmen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern.“

Besorgte Reaktionen aus Deutschland

Auch erste Reaktionen aus Deutschland fielen besorgt aus. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) warnte vor einer „Eskalationsspirale“, die den Schaden nur vergrößern würde.

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Der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber (CSU), nannte die Zölle schädlich für „beide Seiten des Atlantiks“. Europa sei „bereit, seine Interessen zu verteidigen“, schrieb er auf X - aber auch „offen für faire“ Gespräche.

Trump nennt es „Befreiungstag“ für die US-Wirtschaft

US-Präsident Donald Trump hat seine aggressive Zollpolitik fortgesetzt: Am Mittwoch folgten weitere Zoll-Ankündigungen. Trump bezeichnete den 2. April als „Befreiungstag“ für die US-Wirtschaft. Er warf selbst engen Handelspartnern vor, die USA bisher mit ihrer Zollpolitik „geplündert und vergewaltigt“ zu haben. Über die Europäer sagte er erneut, sie zögen die USA „über den Tisch“. Die Einzelheiten der jüngsten Zoll-Ankündigungen.

Am 5. April tritt um 12.01 Uhr (Ortszeit, 06.01 MESZ) für Handelspartner weltweit ein „Mindestzoll“ in Höhe von zehn Prozent in Kraft. Höhere Zölle für die nach Ansicht des Weißen Hauses „schlimmsten Übeltäter“ sollen am 9. April um 12.01 Uhr (Ortszeit, 06.01 Uhr MESZ) in Kraft treten.

20 Prozent Aufschlag für Importe aus der EU

Die höheren Zusatzzölle betreffen wichtige Handelspartner der USA, darunter auch enge Verbündete wie die Europäische Union. Importe aus der EU werden mit Aufschlägen von 20 Prozent belegt.

Auch weitere wichtige Handelspartner sind betroffen: Indien wird mit Aufschlägen von 26 Prozent belegt, Südkorea mit 25 Prozent und Japan mit 24 Prozent.

Besonders hart dürften die neuen Zölle China treffen - das Land, mit dem die USA das größte Handelsdefizit haben. China muss mit neuen Aufschlägen von 34 Prozent rechnen. Diese Aufschläge gelten zusätzlich zu bereits erhobenen Zöllen: Seit dem 4. März gelten zusätzlich Zölle von 20 Prozent auf chinesische Importe in die USA. Der neue Zusatzzoll auf chinesische Importe beläuft sich damit auf insgesamt 54 Prozent. 

China hat den USA nach der Verkündung weiterer Zölle bereits mit Gegenmaßnahmen gedroht.

Ab Donnerstag Zölle auf Autoimporte

Trump nannte die Höhe der vorgesehenen Zölle für die jeweiligen Länder „ungefähr die Hälfte von dem, was sie von uns verlangen und verlangt haben“.

Am Donnerstag treten zudem neue Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Autoimporte in Kraft. Zuvor hatte Trump bereits Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängt, die ab Freitag auch auf Bierkonserven und leere Aluminiumdosen ausgeweitet werden. Mitarbeiter des Weißen Hauses sagten am Mittwoch, dass Trump ähnliche Maßnahmen für Halbleiter, Arzneimittel und möglicherweise wichtige Mineralien in Betracht zieht. (dpa/mg)