Sieben Jahre nach Sauna-SchwurEx-FC-Profi vor nächster Karriere-Entscheidung: „Werde es nicht akzeptieren“

Vor sieben Jahren leistete Leonardo Bittencourt beim 1. FC Köln den Sauna-Schwur, am Ende wechselte er doch. Jetzt steht er bei Werder Bremen vor seiner nächsten Karriere-Entscheidung.

von Tobias Schrader  (tsc)

Mit dem 1. FC Köln feierte er 2017 die lang ersehnte Rückkehr in den Europapokal, acht Jahre später spielt Leonardo Bittencourt (31) bei Werder Bremen – für seinen Anspruch aber wohl zu wenig.

Seit 2019 schnürt der Offensivspieler die Schuhe für den Klub an der Weser, stand bisher in 164 Pflichtspielen für den viermaligen Deutschen Meister auf dem Platz. Seit Beginn der Saison aber weniger als zuvor!

Leonardo Bittencourt: „Ich bin noch lange nicht satt“

In seinen ersten fünf Spielzeiten für die Werderaner kam er nur zehnmal überhaupt nicht zum Einsatz, wenn er fit war. Eine sehr gute Quote. In der laufenden Saison musste Bittencourt zu Beginn schon vier Spiele hintereinander 90 Minuten auf der Bank schmoren.

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Zum Stammpersonal gehört er aber nicht mehr, stand nur neunmal in der Startelf, über die kompletten 90 Minuten durfte er sogar nur zweimal ran.

Im Interview mit der „Deichstube“ machte Bittencourt klar, dass er mit seinen Einsatzzeiten (nur 888 Minuten in bisher 20 Liga-Spielen) nicht zufrieden ist: „Wenn man auf der Bank sitzt, kann man als Fußballer nicht zufrieden sein. Dafür habe ich noch zu viel Energie in mir. Ich kann noch mithalten, trainiere sehr gut. Ich habe für mich gesagt, dass es jetzt mal so sein muss.“

Mit seinen 31 Jahren habe er vielleicht noch sechs Jahre im Profi-Geschäft: „Mein Ziel ist immer noch, viel von Beginn an zu spielen. Sei es hier oder woanders. Ich bin noch lange nicht satt.“ Und dann wurde Bittencourt umso deutlicher: „Wenn man in seiner Karriere immer Stammspieler war, dann ist es natürlich schwierig, in diese Phase zu springen. Ich will und werde es auch nicht akzeptieren, weil ich Fußballer bin und spielen will.“

Der Vertrag des ehemaligen U21-Nationalspielers (20 Einsätze zwischen 2012 und 2015) läuft 2026 aus, macht Werder ihn im kommenden Sommer in einer der letzten Möglichkeiten noch zu Geld? Oder verlängert er seinen Vertrag? „Es wird hoffentlich auch dieses Mal ein Gespräch mit dem Verein geben, wo mir gesagt wird, was die Idee ist.“

Im letzten Jahr hätte Bittencourt einige Wechsel-Optionen innerhalb der Bundesliga gehabt, entschied sich jedoch für einen Bremen-Verbleib: „Ich war erstaunt, wie viele Möglichkeiten ich eigentlich noch gehabt hätte, um innerhalb der Bundesliga zu wechseln. (...) Jetzt im Sommer werden wir uns nochmal zusammensetzen und über die weitere Planung sprechen.“

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Seine Karriere begann Bittencourt bei seinem Jugendklub Energie Cottbus, 2012 entschied er sich im Alter von 18 Jahren für den Schritt zu Borussia Dortmund. Nach nur sieben Einsätzen mit immerhin drei Torbeteiligungen ging es ein Jahr später weiter zu Hannover 96.

2015 wechselte er schließlich zum 1. FC Köln. In der grandiosen Saison 2016/17 vor der Europa-Rückkehr fiel er zwar durch diverse Verletzungen 18 Spiele aus, in seinen 16 Liga-Einsätzen steuerte der gebürtige Leipziger aber starke zehn Torbeteiligungen bei.

Den Abstieg ein Jahr später konnte auch Bittencourt nicht verhindern, trotz des damals aufgekommenen Sauna-Schwurs flüchtete der heute 31-Jährige zur TSG Hoffenheim. Ein Jahr später, 2019, ging es dann schon wieder weiter nach Bremen. Und im Sommer nach sechs Jahren bei Werder zu seiner siebten Profi-Station?