Der 1. FC Köln muss im Sommer den Abgang von Tim Lemperle verkraften. Damit geht erneut ein hoffnungsvolles Talent frühzeitig von Bord. Gerhard Struber will, dass der FC künftig mehr ist als nur ein Trampolin.
FC-Talent im Sommer wegStruber mahnt nach Lemperle-Abgang: „Wichtig, dass der FC nicht nur ein Trampolin ist“

Copyright: dpa
Gerhard Struber klatscht nach einer erfolgreichen Hinrunde mit mit seinen beiden Co-Trainern Bernd Eibler und Thomas Hickersberger (l.) ab (22. Dezember 2024).
Der 1. FC Köln muss in Tim Lemperle (22) wieder mal ein hoffnungsvolles Talent ziehen lassen, das am Geißbockheim zum Profi gereift ist – noch dazu ablösefrei.
In der Jugend profitieren sie von der ausgezeichneten Arbeit im Kölner Nachwuchsleitungszentrum, die Früchte ernten aber schließlich andere Klubs.
Lemperle reiht sich in Liste prominenter Abgänge ein
Lemperle reiht sich damit in eine Liste prominenter Namen ein (Justin Diehl, Florian Wirtz, Yann Bisseck), die allesamt in Köln ausgebildet wurden, von denen der Verein aber monetär kaum bis gar nicht profitiert hat.
„Dem FC wird es immer wieder mal passieren, dass er einen talentierten Spieler verliert, weil er den nächsten Schritt machen möchte“, sagt Gerhard Struber (47) im Gespräch mit EXPRESS.de.
Der FC-Coach schränkt aber entscheidend ein: „Gleichzeitig ist es aber wichtig, dass der FC nicht nur ein Trampolin ist. Es soll ein Verein sein, zu dem sich Spieler bekennen, gemeinsam richtig erfolgreich zu sein. Das ist wichtig in der Kommunikation, wenn man neue Spieler dazu holt. Das hat auch etwas mit Vereinskultur zu tun.“
In den Augen des Österreichers hat der Klub dabei ein großes Faustpfand: Der FC hat in den letzten Jahren immer wieder gezeigt, dass er mutig genug ist, jungen Profis Spielzeit zu geben. „Das sind andere Vereine in der Bundesliga vielleicht weniger, da sitzt man dann nur auf der Bank“, sagt Struber.
Grundsätzlich wird es immer wieder vorkommen, dass Jungs den FC verlassen, um andernorts den nächsten Schritt zu gehen. Auch in Dortmund oder Leverkusen gibt es immer wieder Spieler, die auf die nächste Regalstufe springen.
„Da hilft keine Jammerei, wir müssen eher schauen, wie wir die Pipeline füllen können. Wichtig ist es, immer wieder Jungs aufzubauen, die wir reinwerfen können. Und auf dem Transfermarkt gute Entscheidungen zu treffen. Dann ist man als Verein stabil und hat das Lenkrad in der Hand“, gibt Struber den Kurs für die nächste Zeit vor.