„Lächerliche Sprücheklopferei“Er ist selbst US-Amerikaner: Ex-Bundesliga-Coach schießt gegen Trump

Jesse Marsch brüllt von der Seitenlinie.

Der ehemalige Leipzig-Trainer Jesse Marsch am 18. September 2021 beim Bundesliga-Spiel gegen den 1. FC Köln.

Der ehemalige Bundesliga-Trainer Jesse Marsch hat sich zu US-Präsident Donald Trump geäußert. Zu dessen Aussagen über Kanada hat der Ex-Leipzig-Coach eine klare Meinung.

von Sebastian Bucco  (buc)

Der US-Amerikaner Jesse Marsch (51) war im Jahr 2021 Trainer von RB Leipzig in der Bundesliga. Mittlerweile arbeitet er nach einer Zwischenstation bei Leeds United als Coach der kanadischen Nationalmannschaft.

Auf einer Medienrunde vor der Nations-League-Endrunde des nord- und zentralamerikanischen Fußballverbands „Concacaf“ hat sich der 51-Jährige mit deutlichen Worten an US-Präsident Donald Trump (78) gewandt.

Jesse Marsch: „Als Amerikaner schäme ich mich“

Doch was war der Grund? Trump hatte Anfang des Jahres auf einer Pressekonferenz Pläne veröffentlicht, das Nachbarland in die USA einzugemeinden. Nach der darauffolgenden klaren Absage der kanadischen Regierung folgten mehrmals Sprüche und Sticheleien seitens des US-Präsidenten.

Alles zum Thema Donald Trump

Vor einem Eishockey-Spiel der beiden Nationen schrieb Trump auf seinem Onlinedienst „Truth Social“, dass Kanada „eines Tages, vielleicht schon bald, unser geschätzter und sehr wichtiger 51. Bundesstaat werden wird.“ Zusätzlich betitelte er Premierminister Justin Trudeau (53) abwertend als „Gouverneur“.

Für Ex-Leipzig Trainer Jesse Marsch gingen diese Aussagen zu weit: „Wenn ich eine Botschaft an unseren Präsidenten habe, dann die, mit der lächerlichen Sprücheklopferei über Kanada als 51. Bundesstaat der USA aufzuhören.“

Weiter sagte der Ex-RB-Coach: „Als Amerikaner schäme ich mich für die Arroganz und Missachtung, die wir einem unserer historisch ältesten, stärksten und loyalsten Verbündeten entgegengebracht haben.“

Im Finale könnte es zum Duell Kanada gegen die USA kommen

Klare Worte also von dem Mann, der in dem Konflikt zwischen den Stühlen steht. Als gebürtiger US-Amerikaner und ehemaliger Co-Trainer der USA steht er natürlich hinter seinem Heimatland. Als Coach der kanadischen Nationalmannschaft kann er die Aussagen von Trump jedoch nicht einfach hinnehmen.

Zu einem Aufeinandertreffen der beiden Länder in der Nations League könnte es erst im Finale oder im Spiel um den dritten Platz kommen. Die USA spielen am 21. März im Halbfinale gegen Panama, wenige Stunden später trifft Kanada auf Mexiko.

Sollte es zu einem nächsten Duell zwischen den beiden Nachbarländern kommen, dürfte auch Trump die Gunst der Stunde nutzen, um seine politischen Vorhaben erneut zu untermalen. Wenn es nach Jesse Marsch geht, könnte sich der Präsident das jedoch sparen.