„War nicht eingeplant“ARD-Panne bei Deutschland-Spiel – dann macht Sender alles richtig

Screenshot der ARD-Übertragung zum Olympia-Halbfinale zwischen Deutschland und den USA am Dienstag (6. August 2024).

Die ARD-Übertragung zum Olympia-Halbfinale zwischen Deutschland und den USA am Dienstag (6. August 2024). Wenige Augenblicke nach dieser Einstellung gab es für kurze Zeit keine Bilder des Spiels aus Lyon.

Kuriose Bild-Panne in der ARD: Beim Olympia-Halbfinale der Fußball-Frauen zwischen Deutschland und den USA war für kurze Zeit ein männlicher Fußballer zu sehen: Thomas Müller – im Pferdestall.

von Béla Csányi  (bc)

Was für ein Olympia-Tag für Fußball-Weltmeister Thomas Müller (34). Die aktive Teilnahme an den Sommerspielen war dem 131-maligen Nationalspieler nie vergönnt, am Dienstag (6. August 2024) war der Routinier trotzdem in aller Munde.

Am Vormittag siegte Springreiter Christian Kukuk (34) mit seinem Schimmel Checker – ein Pferd aus dem Besitz von Müller, der privat schon lange eine Leidenschaft für die Pferdezucht entwickelt hat. Am Abend rückte der DFB-Liebling dann auch bei seiner Paradedisziplin in den Fokus: beim Fußball!

Thomas Müller unterbricht Frauenfußball-Übertragung in der ARD

Die ARD zeigte im Hauptprogramm das Halbfinal-Duell der deutschen Frauen gegen die USA, die ersten gut zehn Minuten boten dabei noch nicht allzu viel Gesprächsstoff. Den lieferte dafür die Bildregie im Ersten.

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Zum Ende der elften Spielminute bei einem Einwurf für die USA nahe dem deutschen Strafraum wurden die Bilder aus Lyon ohne Ankündigung ausgeblendet. Stattdessen war plötzlich ein Video von Müller im Pferdestall zu sehen, wo er mit einem der Tiere gemeinsam die Beine hebt und wieder senkt.

Offenbar Teil eines (geplanten Beitrags) über seinen Anteil am Springreiter-Gold. Kommentatorin Stephanie Baczyk (37) konnte mit der sieben Sekunden lang gezeigten Sequenz aber nichts anfangen, sagte hörbar verwundert: „Jetzt sehe ich hier gerade Thomas Müller mit einem Pferd. Ich glaube, der war nicht eingeplant.“

Den Weltmeister machte sie an einem besonderen Tag aber kurzerhand zum Glücksbringer, ergänzte: „Vielleicht ist das auch noch ein bisschen Motivation, ich hoffe, das überträgt sich auf das deutsche Team.“

Zuschauerinnen und Zuschauer dürften über die kurze Unterbrechung in einer ungefährlichen Situation geschmunzelt haben – ganz anders als am Vortag über die Regie-Entscheidung des ZDF. Dort war das Frauen-Halbfinale im 3×3-Basketball 24,8 Sekunden vor Ende beim knappen Stand von 15:14 nicht weiter gezeigt worden, um pünktlich zu den „Heute“-Nachrichten schalten zu können.

Dass sie aus dem folgenden Shitstorm für den Partnersender gelernt hatte, machte die ARD im Laufe des Deutschland-Spiels dann auch direkt deutlich. Als das Spiel beim Stand von 0:0 in die Verlängerung ging, überschnitt sich die Übertragung mit der für 20 Uhr geplanten „Tagesschau“.

Deren Beginn schob das Erste allerdings um eine halbe Stunde auf, verwies außerdem auf die Ausspielung in der Mediathek und beim Sender Tagesschau24. Für die Kritikerinnen und Kritiker der vorigen ZDF-Entscheidung dürfte die aufmerksame Umsetzung daher genau richtig gewählt gewesen sein.