Bluttat vor Poldi-GalaFußballfan fast getötet – Kölner Gericht verurteilt 17-Jährigen

Ein Bereich einer Fußgängerzone ist mit Polizeiflatterband abgesperrt, dahinter stehen zwei Polizistinnen und zwei Polizisten.

Nach der Messerattacke am 10. Oktober 2024 sperrte die Polizei den Tatort in der Nähe des Wallrafplatzes ab.

Vor der großen Poldi-Gala ist ein Fußballfan lebensgefährlich verletzt worden. Jetzt fiel das Urteil gegen den mutmaßlichen Messerstecher.

von Iris Klingelhöfer  (iri)

Für Poldis Abschiedsspiel ist ein Pole (32) im Herbst letzten Jahres extra nach Köln angereist – doch als das Spiel angepfiffen wurde, kämpfte er im Krankenhaus um sein Leben. Er war in der Nähe des Wallrafplatzes niedergestochen worden.

Jetzt musste sich ein Jugendlicher, zur Tatzeit 17 Jahre alt, vor dem Kölner Amtsgericht für die Bluttat verantworten. Aufgrund seines Alters fand der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Kölner Amtsgericht: Urteil nach Messerattacke auf Fußballfan (32)

Wie Gerichtssprecherin Denise Fuchs-Kaninski am Mittwoch (26. Februar 2025) gegenüber EXPRESS.de bekannt gab, wurde der junge Angeklagte wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren Haft verurteilt.

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„Der Haftbefehl wurde aufrechterhalten“, so die Gerichtssprecherin. Der Angeklagte sitzt bereits seit seiner Festnahme in U-Haft.

Die Anklage wirft dem 17-Jährigen vor, am 10. Oktober 2024 gegen 16 Uhr in eine Auseinandersetzung mit einer Gruppe polnischer Fußballfans verwickelt und in dem Zusammenhang ein Messer gezogen und es dem 32-Jährigen in die linke Körperseite gestochen zu haben.

Anschließend soll er versucht haben, einen weiteren Geschädigten mit dem Messer zu verletzen. Dieser konnte jedoch zur Seite springen.

Bluttat in Köln vor Poldi-Gala: Polizei nimmt 17-Jährigen in Essen fest

Der Angeklagte war nach der Tat geflüchtet, konnte aber bereits einen Tag später im Rahmen der Fahndung in einer Bahn in Essen vorläufig festgenommen werden. Der 17-Jährige, der in einer Einrichtung für minderjährige unbegleitete Geflüchtete in Düsseldorf gemeldet war, hatte zwar sein Erscheinungsbild verändert, doch die Polizei konnte ihn trotzdem identifizieren.

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Dem lebensgefährlich verletzten Fußballfan rettete eine Not-OP das Leben. Er sprang dem Tod von der Schippe – schon das gilt es zu feiern. Darüber hinaus bekam der 32-Jährige, der nun nicht dabei sein konnte, als Lukas Podolski letztmals in seiner Karriere im Rhein-Energie-Stadion spielte – im Krankenhaus Besuch von Poldi persönlich.

Das Urteil, das am Montag (24. Februar) vor dem Kölner Amtsgericht fiel, ist noch nicht rechtskräftig. Der 17-Jährige akzeptierte das Urteil im Gerichtssaal nicht, kann damit noch Berufung einlegen.