Seit einem Monat hat es in Köln nicht mehr richtig geregnet. Das hat Folgen für die Schifffahrt auf dem Rhein.
Wetterdaten machen SorgenNur ein Tag Regen – erste Auswirkungen in Köln sichtbar

Copyright: Martina Goyert
Kein Regen in Köln – der Rheinpegel fällt seit Tagen. Das Foto wurde am 23. März 2025 aufgenommen.
Tolles Frühlingswetter in Köln und jede Menge Sonne, leider hat das auch negative Auswirkungen – der Rheinpegel fällt und fällt.
Im Zeitraum vom 2. März 2025 bis 2. April gab es nur einen Tag, an dem es mal richtig geregnet hat. Am 22. März wurde an der Messstation am Flughafen Köln/Bonn 6,3 Liter Niederschlag gemessen. Ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Wetterdaten machen Sorgen – wie lange die aktuelle Trockenphase noch anhalten wird, ist unklar.
Der Rheinpegel befindet sich im Sturzflug
Das Ergebnis: Der Rheinpegel befindet sich im Sturzflug und fällt immer weiter.
Zu Beginn des März lag der Pegel noch bei 3,16 Meter, am 3. April wurden weit unter zwei Meter gemessen. 1,76 Meter zeigte der Pegel in der Kölner Altstadt.
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Am Ober- und Mittelrhein gibt es bereits Einschränkungen für die Schifffahrt. „Die Schiffe können teilweise nicht voll beladen fahren“, erklärte Matthias Roeser vom Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB).
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Wie groß die Einschränkung sei, hänge von der jeweiligen Fracht ab. „Bei Kunststoffgranulaten aus der Chemieindustrie oder Rotorblättern für Windkraftanlagen wird die Gewichtsgrenze zum Beispiel nicht so schnell erreicht wie bei Kohle oder Baustoffen.“ Teilweise hätten die Reeder oder auch einzelne Chemieunternehmen in den vergangenen Jahren in besonders niedrigwassertaugliche Schiffe investiert.
Auch am Niederrhein wirken sich die niedrigen Wasserstände bereits aus, etwa bei Deutschlands größtem Stahlhersteller Thyssenkrupp Steel in Duisburg. Das Werk bezieht über den Rhein ständig große Mengen Eisenerz und Kohle aus Rotterdam. Der maßgebliche Pegel Duisburg-Ruhrort liegt am Donnerstag bei 2,68 Metern. „Wenn wir unter drei Metern Pegel sind, laden wir etwas weniger und fahren häufiger“, sagte ein Firmensprecher. Ein Versorgungsproblem habe man allerdings noch nicht.
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Zwar ist der aktuelle Wasserstand nicht besorgniserregend niedrig – und doch führt er zu Einschränkungen in der Region. Etwa dazu, „dass Schiffe nur mit geringerem Tiefgang fahren und daher weniger Ladung führen können“, sagt Maximilian Laufer, Sprecher von Currenta, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Das Unternehmen ist Betreiber des Leverkusener Chemparks und als solcher auch Logistikdienstleister der ansässigen Industrie.
Laufer: „Deshalb ist es notwendig, entsprechend mehr Schiffe abzufertigen, um dieselbe Menge Ladung wie bei Normalpegel umschlagen zu können.“ Es wird also voller auf dem Rhein. (mit dpa)