Ein mutmaßlicher „Todesengel“ steht ab Montag (24. März 2025) in Aachen vor Gericht. Der Pfleger soll mehrere Menschen getötet haben – auch in Köln?
Monströse VorwürfeProzess gegen Aachener Pfleger: Spur führt auch nach Köln – hier weitere Opfer?
Neunfacher Mord! 34-facher Mordversuch! So lautet die Anklage gegen einen Krankenpfleger (44), dem ab Montag (24. März 2025) vor dem Aachener Landgericht der Prozess gemacht wird.
Doch der Fall könnte noch größere Dimensionen annehmen. Die Staatsanwaltschaft untersucht nach eigenen Angaben weitere Todesfälle in Krankenhäusern, in denen der Angeklagte früher gearbeitet hat – unter anderem in den städtischen Kliniken Köln.
Mordprozess in Aachen: Angeklagter auch mehrere Jahre in Köln tätig
Im aktuellen Prozess wird dem 44-Jährigen vorgeworfen, auf der Palliativstation des Rhein-Maas-Klinikums in Würselen eigenmächtig stark sedierende Medikamente gespritzt zu haben, teils in Kombination mit Schmerzmitteln.
Mutmaßliches Motiv: Er wollte die Patientinnen und Patienten ruhig stellen, damit sie him bei seinen Nachtdiensten möglichst wenig Arbeit machen.
Die Anklage geht von Mord aus niedrigen Beweggründen aus. Zwischen Ende 2023 und Mai 2024 soll der Pfleger demnach 26 Personen teilweise mehrfach Überdosen injiziert haben, neun starben. Den Unterschied zwischen Mord und Totschlag erfahrt ihr oben im Video.
Die Würselener Klinik hatte den 44-Jährigen Mitte Mai 2024 freigestellt und die Polizei eingeschaltet, nachdem ein überhöhter Midazolam-Verbrauch gemeldet worden war. Der Wirkstoff wird unter anderem zur Sedierung angewendet.
Pfleger unter Verdacht: Akten untersucht, Verstorbene exhumiert
„Der Täter ist mit einer hohen kriminellen Energie vorgegangen“, erklärte der Kölner Rechtsanwalt Christoph Schmischke, der die Würselener Klinik vertritt, gegenüber dem „WDR“. So soll der Angeklagte die Dokumentationspflichten absichtlich missachtet haben.
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Bereits jetzt wurden im Rahmen der Ermittlungen hunderte Patienten-/Patientinnenakten akribisch untersucht, sodass immer mehr Fälle ans Licht kamen. Vier Verstorbene wurden inzwischen exhumiert.
Doch die Ermittlungen in der mutmaßlichen Mordserie sind, trotz des begonnenen Prozesses, noch längst nicht abgeschlossen. Denn auch in den städtischen Kliniken Köln, wo der Angeklagte von 2014 bis 2020 beschäftigt war, gab es Unregelmäßigkeiten. (iri mit dpa)