„Cologne alaaf“US-Rap-Star mit wilder Trash-Pop-Party in Köln – tausende Doubles feiern mit

Pitbull beim Auftritt mit Tänzerinnen.

So inszeniert sich Pitbull auf der Bühne. Mit leicht bekleideten Tänzerinnen an seiner Seite präsentierte der US-Rapper am Dienstagabend (25. Februar 2025) in Köln seine Hits.

Der US-Rapper Pitbull gab in der Kölner Lanxess-Arena sein bisher einziges Deutschland-Konzert. In der rappelvollen Halle entwickelte sich eine ausgelassene Party mit vielen Doppelgängern im Publikum.

von Marcel Schwamborn  (msw)

Feiern, als gäbe es kein Morgen. Dieses Motto gibt vielen in der auf die Zielgerade einbiegenden Karnevalssession die Richtung vor. Bei den überwiegend schlimmen Nachrichten auf der Welt lassen die meisten einfach gerne mal los.

Diese losgelöste, eskapistische Freude ist es auch, die den aktuellen Hype um US-Rapper Pitbull erklärt. Vor einem Jahrzehnt hatte „Mr. Worldwide“, wie er sich in seinen Songs stets vorstellt, eigentlich seine Blütezeit, doch millionenfach werden TikToks auch jetzt noch mit seinen Songs unterlegt.

Pitbull: Über 17.000 Fans feiern wilde Party in der Lanxess-Arena

Das Konzert in der Lanxess-Arena war in Rekordzeit ausverkauft. Rund um die Kölner Halle spielten sich am Dienstag (25. Februar 2025) unbeschreibliche Szenen ab. Schon Stunden, bevor der 44-Jährige um 21.15 Uhr die Bühne betrat, wurde in den Gängen und vor dem Henkelmännchen gefeiert.

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Die über 17.000 Pitbull-Fans machten aus dem bisher einzigen Deutschland-Konzert des Jahres eine Gute-Laune-Party. Mit Plastikglatzen-Mützen auf dem Kopf, Sonnenbrillen, weißen Hemden und schwarzen Krawatten wollten sie ihrem Idol möglichst ähnlich sehen. Der hat bereits 25 Millionen Alben verkauft, die Songs sammelten über sechs Milliarden Streams.

Zum Auftakt der 90-minütigen Fiesta ertönte „Don’t stop the Party“. Peter Wright zog zuletzt bei der Darts-WM damit wieder auf die Bühne. Und wie im Ally Pally gab es auch in der Lanxess-Arena kein Halten. „Dale!“, der spanische Ausruf für „Auf geht's“, und das beim Patentamt angemeldete „Eeeeyo“ geben den Titeln den Wiedererkennungswert.

Dass er in einer ganz besonderen Woche zu Gast in Köln war, hat der US-Superstar auch mitbekommen. „Sie haben mir gesagt, dass ihr richtig wild und verrückt werdet, wenn ich ‚Cologne alaaf‘ sage. Ist das richtig? Cologne alaaf!“, rief er und grinste zufrieden.

Pitbull-Fans vor der Lanxess-Arena.

Plastikglatze ist Pflicht: Viele Fans waren im Pitbull-Look zum Konzert gekommen.

„Es ist kalt und dunkel in Deutschland. Lasst uns ein wenig Wärme reinbringen“, sagte der Sänger, klopfte sich auf die Brust und stimmte mit „I know you want me“ einen weiteren Kracher an: „One-two-three-four, Uno-do‘-tres-cuatro“ – wer kennt diese Pop-Zeilen nicht? Bei Kesha, Jennifer Lopez, Ne-Yo, Dolly Parton oder Usher durfte er bereits mitsingen.

Pitbull-Fans feiern in der Lanxess-Arena.

Schon Stunden vor dem Konzert feierten die Pitbull-Doubles im Umlauf der Lanxess-Arena zu den Hits ihres Idols.

Der Sohn kubanischer Einwanderer wuchs als Armando Christian Pérez in Miami auf, lernte nach eigener Aussage Englisch mit der Sesamstraße. Er berichtete, dass es schwer für ihn war, als weißer Rapper mit blauen Augen ernst genommen zu werden. Er sei auch von mindestens 20 Schulen geflogen.

Doch eine Lehrerin, Miss Hope, habe an ihn geglaubt. Aus Dankbarkeit hat er 2012 die erste sogenannte SLAM-Schule in Miami eröffnet, damit andere Menschen, an die niemand glaubt, eine Chance auf einen Abschluss bekommen. Bei TikTok kursiert das Gerücht, er habe 20 Kinder von 13 Frauen. Er habe 10.000 Kinder. Alle, die auf seiner Schule waren, seien seine Kinder, sagt er dazu in Köln.

Pitbull mit Stefan Löcher in der Lanxess-Arena.

Von Lanxess-Arena-Geschäftsführer Stefan Löcher (r.) gab es für Pitbull einen Sold-out-Award.

Mehr Ernsthaftigkeit sollte an diesem Abend aber auch nicht sein. „Ich mache Musik für alle. Und wenn sie dir hilft, für drei Minuten zu entkommen, dann habe ich meinen Job gemacht“, ist seine Motivation. Und das beherrscht der Rapper perfekt. Neben seinen Songs „Hotel Room Service“, „International Love“ oder „Fireball“ gibt es auch noch reichlich Kracher wie „Gasolina“, „On the Floor“ oder „I Like It“, an denen er auch beteiligt war.

Zum großen Finale kommt noch Atlanta-Rap-Star Lil Jon, der das Vorprogramm bestritt, mit auf die Bühne. Gemeinsam hatten sie 2023 den Song „Jumpin“ aufgenommen. Mit „Timber“, „Time Of Our Lives“, „Give Me Everything“ und reichlich Konfetti endete diese ausgelassene Sause – „Cologne alaaf“. Im Juni schaut Pitbull dann in Hamburg, Frankfurt und Berlin vorbei.