Der US-Präsident hat zum radikalen Rundumschlag in der Handelspolitik ausgeholt. Das bleibt nicht ohne Folgen. Trump stimmt die Amerikaner nun darauf ein, dass die Sache nicht ganz einfach wird. Tausende Menschen gehen auf die Straßen.
„Es wird nicht leicht!“Donald Trump versucht es mit Durchhalteparolen – Tausende gehen auf die Straßen

Copyright: Getty Images via AFP
In der Hauptstadt Washington zogen am 5. April tausende Menschen unter dem Motto „Finger weg!“ zur in der Nähe des Weißen Hauses gelegenen Parkanlage National Mall, um ihren Unmut über den Republikaner und dessen Berater Elon Musk kundzutun.
Angesichts der Turbulenzen durch sein gewaltiges Zollpaket richtet US-Präsident Donald Trump Durchhalteparolen an die Amerikaner. „Haltet durch - es wird nicht leicht, aber das Endergebnis wird historisch“, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. „Dies ist eine wirtschaftliche Revolution, und wir werden siegen.“
Die USA hätten sich lange ausnutzen lassen, doch damit sei Schluss. Jobs, Unternehmen und Geschäfte kämen durch den Schritt zurück in die USA „wie nie zuvor“, versprach er.
Trumps Zollpaket stellt die Welt auf die Probe
Trump hatte vor wenigen Tagen ein globales Zollpaket vorgestellt, das die Weltwirtschaft auf die Probe stellt. Der umstrittene Vorstoß sorgte direkt für Turbulenzen an den Börsen. Der Chef der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, prophezeite eine höhere Inflation und langsameres Wachstum für die USA.
In einem ersten Schritt traten neue pauschale Zölle in Höhe von zehn Prozent in Kraft - auf Importe aus allen Ländern in die USA. Am 9. April soll dann in einem nächsten Schritt ein komplexer Mechanismus folgen, der für Länder, mit denen die USA nach Auffassung der US-Regierung ein besonders großes Handelsdefizit haben, noch höhere Zölle vorsieht. Andere Strafzölle auf Einfuhren in die USA, die bereits zuvor verkündet wurden, bleiben ebenfalls erhalten.
Tausende Demonstranten bei Kundgebungen gegen Trump
Ein globaler Handelskonflikt könnte die Weltwirtschaft insgesamt in eine tiefe Krise stürzen. Einige Länder haben angekündigt, sich zu wehren - darunter China, nach den USA die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Die EU-Kommission hat ebenfalls Gegenmaßnahmen vorbereitet.
Tausende haben am Samstag in mehreren US-Städten gegen Präsident Donald Trump und seine Politik protestiert. In der Hauptstadt Washington zogen tausende Menschen unter dem Motto „Finger weg!“ zur in der Nähe des Weißen Hauses gelegenen Parkanlage National Mall, um ihren Unmut über den Republikaner und dessen Berater Elon Musk kundzutun.
Hier lesen: „Jetzt ist alles gefährdet“: Trumps Zoll-Wahnsinn trifft jetzt auch uralte deutsche Tradition
Es waren die größten Anti-Trump-Demonstrationen seit dessen Rückkehr ins Weiße Haus. Auch in mehreren europäischen Städten gab es Kundgebungen gegen Trump.
Die Demonstranten in Washington trugen Schilder mit Aufschriften wie „Nicht mein Präsident!“, „Hört auf, Amerika zu zerstören“, „Schande über Trump“, „Finger weg vom Rechtsstaat“ und „Finger weg von der Sozialversicherung“. Ein loses Bündnis linker Gruppierungen hatte in mehr als tausend US-Städten zu Protesten gegen Trump aufgerufen.
Die Demonstranten kritisieren nicht nur die aggressive Zollpolitik von Trump, sondern auch sein Vorgehen gegen Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung oder den Kahlschlag bei Bundesbehörden. Sie werfen dem Rechtspopulisten auch vor, die Demokratie und den Rechtsstaat auszuhöhlen. (afp/dpa)