Markus Lanz und Richard David Precht haben in der neusten Folge ihres Podcasts „Lanz & Precht“ über Donald Trump und seine neuen US-Zölle gesprochen. Dabei stellte der Polittalker eine „gewagte These“ auf.
„Vielleicht muss man ihm dankbar sein“Markus Lanz stellt „gewagte These“ zu Donald Trump auf
„Es ist sehr interessant, dass in Zeiten der großen Veränderungen diese großen Veränderungen von alten Männern gemacht werden“, stellen Markus Lanz und Richard David Precht zu Beginn der neusten Folge ihres Podcasts „Lanz & Precht“ fest. Die Rede ist natürlich von Wladimir Putin (72) und Donald Trump (78).
Letzterer ist gerade mit seinen neuen US-Zöllen in aller Munde. „Trump ist noch keine 80 Tage im Amt und wie schnell da ein ganzes Land plötzlich wegkippt, das ist wirklich atemberaubend“, bemerkt Lanz weiter und führt mahnend aus: „Wie schnell man so eine Demokratie einfach umbauen kann, das sollte uns eine Warnung sein.“
„Der Kapitalismus hat die Weltrevolution gemacht“
Da kann Richard David Precht nur zustimmen. „Der Kommunismus ist komplett tot. Der Kapitalismus hat die Weltrevolution gemacht, der hat sich überall hin ausgebreitet. Nicht nur flächenmäßig, sondern auch mentalitätsmäßig“, wählt der Philosoph mit Blick auf die aktuelle Situation in den USA deutliche Worte. Denn für Donald Trump würden seiner Meinung nach moralische Werte keine Rolle mehr spielen: „Die Interessen richten sich einzig und allein danach: Wie viel springt dabei raus?“
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Für den US-Präsidenten stünde nur „die eigene Firma“, also das eigene Land, im Vordergrund, was Precht allerdings als „eigentlich folgerichtig“ bezeichnet. Denn: Wenn schon das Private und Persönliche weltweit vollständig kapitalistisch ausgerichtet ist, warum sollte es nicht auch die Politik sein, so Precht. Wünschen würde er sich das zwar nicht, „aber irgendwie liegt in dem, was Donald Trump macht, schon eine Logik“.
„Der größte Lügner praktiziert die größte politische Aufrichtigkeit“
„Es liegt darin vor allen Dingen eine Wahrheit“, ergänzt Markus Lanz: „Das ist jetzt eine gewagte These, aber vielleicht muss man ihm für diese Klarheit ab einem bestimmten Punkt vielleicht sogar dankbar sein.“ Denn immerhin sei es jetzt laut Lanz für jeden offensichtlich, worum es geht. Den Leuten könne kein „Mist“ mehr vorgemacht werden, findet der Polittalker.
Richard David Precht sieht das ähnlich: „Der auf der privaten Ebene größte Lügner praktiziert die größte politische Aufrichtigkeit, in dem er nicht mehr vorgibt, etwas zu sein, was er nicht ist.“ Das sei gewissermaßen „verrückt, aber vielleicht muss das so sein“. (tsch)