Druck auf Pentagon-Chef wächstHegseth soll mit Handy überall Spuren im Netz hinterlassen haben

Wie lange kann sich US-Verteidigungsminister Pete Hegseth noch halten? Nach US-Medieninformationen gibt es neue Vorwürfe.

War es Dummheit oder grob fahrlässig? Fest steht: US-Verteidigungsminister Pete Hegseth (44) muss sich mit immer neuen Vorwürfen beschäftigen.

Wie US-Medien berichten, soll er ein privates Handy genutzt haben, als er in Signal-Chats mit seiner Frau über Angriffspläne gegen die Huthis schrieb. Besonders brisant: die Handy-Nummer ist auf vielen Internetseiten hinterlegt.

Handynummer auf Facebook und Webseite für Fantasy Sportspiele

Die „New York Times“ und der „Spiegel“ berichten, die Nummer des Ministers sei im Netz einfach auffindbar und damit für mögliche Spione ein leichtes Ziel gewesen.

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Laut „New York Times“ fand sich die Nummer etwa auf Facebook, WhatsApp und einer Webseite für Fantasy-Sportspiele. Auch für die Wohnungsplattform Airbnb oder auf Google Maps habe er im vergangenen Jahr seine Nummer hinterlassen, etwa um seinen Klempner oder seinen Zahnarzt zu bewerten.

Der „Spiegel“ hatte schon nach dem ersten Signal-Chat, in dem Hegseth mit hochrangigen Regierungsvertretern und versehentlich auch einem Journalisten die Militärpläne teilte, die Telefonnummer ausfindig gemacht.

US-Verteidigungsminister häufig Ziel von Spionage

Cybersecurity-Experten erklärten, das Handy eines amerikanischen Verteidigungsministers gehöre normalerweise zu den am besten geschützten nationalen Geräten. Der ehemalige Direktor des National Counterintelligence and Security Center, Mike Casey, sagte in einem Interview: „Er gehört zu den fünf Personen in der Welt, die am häufigsten Ziel von Spionage sind.“ Es gebe praktisch keine Chance, dass jemand nicht versucht habe, eine Spyware zum Ausschnüffeln auf seinem Telefon zu installieren.

Wenn jemand sein Telefon für gewöhnliche tägliche Aktivitäten benutze, hinterlasse er eine gut sichtbare digitale Spur, der selbst eine mäßig erfahrene Person folgen könne, sagte ein Experte. „Telefonnummern sind wie eine Adresse, die einem sagt, in welches Haus man einbrechen kann“, sagte der Experte James Lewis der Zeitung.

Dass Hegseths Telefonnummer so leicht zu finden gewesen sei, liege an seiner Vorgeschichte: Vor der Ernennung zum Verteidigungsminister durch US-Präsident Donald Trump war er Moderator beim Sender Foxnews und damit ein privater Bürger. Laut „New York Times“ ist es mittlerweile üblich, dass Regierungsbeamte ihre privaten Telefone behalten, aber sie sollen sie nicht für ihre offiziellen Aufgaben benutzen.

Hegseth soll Medienberichten zufolge Militärpläne zu Angriffen auf die Huthi-Miliz im Jemen in einem Gruppenchat über die App Signal außer mit seiner Ehefrau auch mit seinem Bruder und seinem Anwalt geteilt haben. Hegseth stand bereits in der Kritik wegen anderer Signal-Gruppenchats zu dem Thema mit ranghohen Regierungsbeamten. (dpa/susa)