Der 1. FC Köln kämpft in der 2. Liga um den Aufstieg, doch die Saison verläuft nicht für alle Spieler zufriedenstellend. Auf dem Transfermarkt brechen einige Kölner ein. Es gibt aber auch Gewinner.
Marktwert-AnalyseZahlreiche FC-Verlierer trotz Aufstiegsplatz – zwei Stürmer explodieren regelrecht

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Imad Rondic, Joel Schmied und Neo Telle (v.l., 1. FC Köln) am 9. Februar 2025.
Für die Spieler ist es einer der wichtigsten Gradmesser: Wie hoch ist der Marktwert? Beim 1. FC Köln gibt es in dieser Saison zahlreiche Verlierer und nur wenige Gewinner.
Auf Transfermarkt.de ermitteln zahlreiche Experten regelmäßig neue Werte für die Profis. Dabei werden die verschiedensten Parameter und Faktoren berücksichtigt, unter anderem Zukunftsperspektive, Erfahrung, Alter, Marketingwert, Verletzungsanfälligkeit, Interessenten oder aktuelles Gehalt.
1. FC Köln: Downs und Rondic steigern Marktwert gewaltig
Von den Machern heißt es: „Die Transfermarkt-Marktwerte sind nicht pauschal mit den tatsächlich gezahlten Ablösesummen gleichzusetzen. Das Ziel ist nicht, einen Preis vorherzusagen, sondern einen Erwartungswert.“
Am 26. März 2025 gab es nun das jährliche Zwischenupdate nach der Wintertransferphase, hierbei werden nur ausgewählte Spieler und nicht die kompletten Kader neu bewertet. Beim 1. FC Köln freut man sich über einige Gewinner, deren Marktwerte teilweise regelrecht explodiert sind – darunter zwei Stürmer.
Damion Downs (20, aktuell mit Handbruch außer Gefecht) stieg von drei Millionen auf fünf Millionen Euro (plus 67 Prozent). Der Angreifer ist aktuell in Gesprächen mit dem FC über eine Vertragsverlängerung über 2026 hinaus – seine Verhandlungsposition hat sich extrem verbessert.
Tobias Kröger, Marktwerte-Koordinator bei Transfermarkt.de, sagte dazu: „Damion Downs gehört zu den größten Stürmer-Talenten in der 2. Bundesliga. Mit bis dato neun Treffern auf dem Konto gelang ihm in dieser Saison der Durchbruch. Sein Gesamtpaket als großgewachsener Mittelstürmer ist auf dem Markt aktuell sehr gefragt.“
Downs Sturm-Kollege Imad Rondic (26) verdoppelte seinen Wert von 850.000 Euro auf 1,8 Millionen Euro (plus 112 Prozent). Rondics Steigerung liegt sicherlich am Wechsel aus der polnischen Liga in die 2. Bundesliga und einer erstmals in seiner Karriere generierten Millionen-Ablöse (1,5 Mio. Euro). In Polen hatte er zuvor mit neun Saisontoren in 18 Ligaspielen geglänzt.
Bei aller sportlichen Kritik: Hier konnte FC-Geschäftsführer Christian Keller (46) bisher einen wirtschaftlichen Erfolg verbuchen. Selbst wenn Rondic (Vertrag bis 2029) sich sportlich nicht durchsetzen wird, könnte der FC ihn mit Gewinn oder zumindest mit einer Schwarzen Null wieder abgeben.
Ein weiterer Gewinner im FC-Kader ist der junge Abwehrspieler Neo Telle (19), der von 75.000 auf 300.000 Euro (plus 300 Prozent) kletterte.
Viele FC-Profis verlieren an Marktwert
Doch es gibt auch FC-Verlierer: Denis Huseinbasic (23) sank von 3,5 Millionen auf 2,8 Millionen Euro (minus 20 Prozent), Jusuf Gazibegovic (25, aktuell Syndesmoseriss) von fünf Millionen auf vier Millionen Euro (minus (20 Prozent), Jan Thielmann (22) von vier Millionen auf drei Millionen Euro (Minus 25 Prozent).
Nach unten ging es auch für den Marktwert von Winter-Nezugang Anthony Raciopppi (26), der von 1,5 Millionen auf eine Million Euro (minus 33,3 Prozent) fiel. Der Marktwert des erneut am Kreuzband verletzten Luca Kilian (25) schrumpfte von einer Million auf 700.000 Euro (minus 30 Prozent).
Mit Gazibegovic, Thielmann und Huseinbasic hat der FC im Ligavergleich drei Spieler unter den acht größten Marktwert-Verlierern. Ein Blick zur Konkurrenz: Fabian Reese von Hertha BSC verlor auch eine Million Euro (von fünf auf vier Millionen), Hannovers Rabbi Matondo sank von drei auf zwei Millionen Euro Marktwert. Kölns Ex-Spieler Faride Alidou sank beim 1. FC Kaiserslautern von zwei Millionen Euro auf 1,5 Millionen Euro.
Marktwerte-Koordinator Kröger erklärt, warum der FC trotz Platz zwei in der Tabelle so viele Marktwert-Verlierer hat: „Beim 1. FC Köln gibt es trotz des Aufstiegsplatzes einige Abwertungen, da die Situationen individuell bewertet werden mussten.“
Kröger ging dabei auch auf konkrete Beispiele ein: „Gazibegovic beispielsweise ist von einem Champions-League-Teilnehmer in die 2. Liga gewechselt und konnte dort noch nicht vollends überzeugen. Thielmann hat keinen Stammplatz beim FC und wird zuletzt nur noch dort eingesetzt, wo andere Spieler vor ihm ausfallen. Huseinbasic zeigte in dieser Saison schwankende Leistungen und Racioppi kam mit einem in Relation zu hohem Marktwert aus dem Ausland nach Köln, der nun angepasst wurde.“