Kurz nach KarriereendeSkisprung-Star Markus Eisenbichler lässt Frust raus: „Absolute Katastrophe“

Ende März beendete Markus Eisenbichler seine aktive Karriere als Skispringer, die letzten Wochen seiner Laufbahn waren dabei extrem turbulent. Darauf blickt der Weltmeister jetzt kritisch zurück.

von Béla Csányi  (bc)

Über viele Jahre zählte Markus Eisenbichler (34) zu den Erfolgsgaranten des deutschen Skisprung-Teams. Unter anderem gewann er bei der WM 2019 in Seefeld Gold im Einzelwettbewerb, hinzu kommen fünf WM-Goldmedaillen im Team. In Peking gewann er 2022 Olympia-Bronze mit der Mannschaft.

Mit Ende der Saison 2025 war für Eisenbichler dauerhaft Schluss am Schanzentisch, er beendete seine erfolgreiche Karriere, will sich zunächst auf seinen Job bei der Polizei konzentrieren. In den ersten Interviews nach dem Rücktritt bleibt der Sport bei „Eisei“ aber weiter im Fokus.

Markus Eisenbichler sauer über Skisprung-Eklat

Vergangene Woche war Eisenbichler nach seinem letzten Wettbewerb im slowenischen Planica emotional verabschiedet worden, hatte dabei auch ein paar Tränen verdrückt. „Aktuell ist es hart für mich und sehr emotional – weil das war mein Leben, was ich da gemacht habe“, sagte er in der ARD.

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Verabschiedet hätte sich Eisenbichler allerdings gerne mit etwas weniger Rummel im Skispringen. Auf der Zielgeraden der Saison war der Sport wegen des Manipulations-Skandals rund um das norwegische Team von Meldung zu Meldung tiefer in die Krise geschlittert, Skisprung-Legende Sven Hannawald (50) hatte sich mehrfach erschüttert geäußert.

Nun wurde auch Eisenbichler noch einmal deutlich, sprach im Sport1-Interview am Donnerstag (3. April 2025) über seine Haltung zum Betrug mehrerer norwegischer Springer, in deren Anzüge ein verbotenes Band eingenäht worden war. Verdeckte Videoaufnahmen hatten die Skandinavier überführt und ein regelrechtes Erdbeben ausgelöst.

„Dieser ganze Skandal ist wirklich ein Hammer. Ich war schockiert und sauer“, berichtete Eisenbichler, der seine Abschiedstournee gerne in einem harmonischeren Skisprung-Zirkus zu Ende gebracht hätte. Entsprechend frustriert bilanzierte er: „Die Art und Weise, wie sie es gemacht haben, ist eine absolute Katastrophe.“

Während Hannawald knallhart angekündigt hatte, die in den Eklat verwickelten Springer niemals mehr ernst nehmen zu können, zeigte sich Eisenbichler milde. Er versicherte: „Man muss sich eingestehen, dass Fehler menschlich sind. Ich habe ihnen verziehen, für mich ist die Sache gegessen.“