„Das bedeutet mir echt viel“Närrischer Oscar für Top-Redner – der kämpft vor Freude mit den Tränen

Er bringt Kölns Säle zum Lachen. Volker Weininger hat sich den Närrischen Oscar in der Kategorie Rede gesichert. Mit dem Pokal wurde er bei der Herrensitzung der Nippeser Bürgerwehr überrascht.

Er hätte den Triumph auch mit seinem Kultgetränk „Schlebuscher Schädelsprenger“ genießen können. Doch Volker Weininger (54) freute sich vor allem auf ein kaltes Kölsch. „Das muss gefeiert werden.“

„Der Sitzungspräsident“ hat den Närrischen Oscar 2025 in der Kategorie Rede gewonnen. Überrascht wurde der Büttenredner mit dem EXPRESS.de-Pokal am Sonntag (23. Februar 2025) auf der Herrensitzung der Nippeser Bürgerwehr. Nach dem Preis für Solo-Künstlerin Marita Köllner steht somit der zweite Titelträger fest.

Närrischer Oscar: Volker Weininger holt Sieg vor Martin Schopps

Weininger kämpfte mit den Tränen, als er unter dem lauten Jubel der Gäste den Oscar in die Höhe hob. „Das freut mich wirklich und bedeutet mir echt viel, ich bin total gerührt“, rang er nach Worten. „Das ist ein Preis des Publikums und genau dafür spiele ich. Ich will den Leuten viel Spaß bereiten und mache das aus ganzem Herzen.“

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Rund 70.000 Stimmen waren bei Kölns größter Karnevalsabstimmung abgegeben worden. Für den Sitzungspräsidenten votierten 25,2 Prozent der Teilnehmenden. Nachdem er von seinem Sieg erfahren hatte, griff der 54-Jährige zum Telefon und rief seinen Freund Martin Schopps an. Der schaffte es mit 20,8 Prozent auf Rang zwei. Marc Metzger holte 16,1 Prozent der Stimmen, Guido Cantz 7,5 Prozent, Ingrid Kühne wurde Fünfte mit 6,8 Prozent.

Seit 13 Jahren ist der Wahl-Bonner mit seiner selbstironischen Figur des dauerbetrunkenen Vereinsfunktionärs auf den Karnevalsbühnen unterwegs und begeistert damit Jahr für Jahr. „Ich glaube, dass sich die Leute einfach freuen, wenn sie mal 25 Minuten abschalten und lachen können und alles das, was um sie herum passiert, vergessen können“, sagte er nach der Pokal-Übergabe im EXPRESS.de-Gespräch.

„Man kann bei meiner Rede einfach über Blödsinn lachen. Die Leute sind ohnehin so voll mit Informationen, mit schlechten Nachrichten. Da sind viele froh, wenn sie mal nichts über Politik hören müssen, sondern einfach mal durchatmen können. Ich mache einfach gerne Blödsinn.“

Volker Weininger und Marcel Schwamborn bei der Oscar-Übergabe.

EXPRESS.de-Reporter Marcel Schwamborn (r.) überreichte den Närrischen Oscar in der Kategorie Rede an den Sitzungspräsidenten Volker Weininger bei der Herrensitzung im Pullman-Hotel.

In seiner aktuellen Sessionsrede spricht er beispielsweise über einen aus dem Ruder laufenden Kegelabend. „Da haben mir schon Menschen gesagt, dass sie die Stoßrichtung des Themas aus ihrem Freundeskreis kennen. Ich überspitze das dann noch. Aber viele Leute erkennen sich darin wieder. Wie ich es darstelle, ist es zwar ein bisschen drüber, aber man muss es immer noch liebevoll machen und darf nicht gehässig sein.“

Närrischer Oscar 2025: Die Top-5 in der Kategorie „Rede“

  1. 1. Volker Weininger Der Sitzungspräsident 25,2 Prozent der Stimmen
  2. 2. Martin Schopps 20,8 Prozent
  3. 3. Marc Metzger 16,1 Prozent
  4. 4. Guido Cantz 7,5 Prozent
  5. 5. Ingrid Kühne 6,8 Prozent

In Weiningers Rede ist auch sein Freund Hermann, der ein Leben am Intelligenzminimum führt, Dauer-Thema. „Der ist inzwischen eine Kultfigur, den mögen die Leute und sie wissen auch, dass ich ihn mag“, erklärte der frisch gekürte Närrische-Oscar-Preisträger.

Im Gegensatz zu einigen Rednerkollegen wie Guido Cantz, Martin Schopps oder Bernd Stelter, deren Vorträge aufgrund der Bundestagswahl für die TV-Übertragung noch einmal neu aufgenommen und geschnitten werden müssen, hat der Büttstar diesen Stress nicht. „Getrunken wird immer“, sagt er breit grinsend. „Das ist mein Vorteil. Ich bin aber auch ganz bewusst nicht tagesaktuell mit meiner Rede.“

Marcel Schwamborn, Michael Gerhold, Volker Weininger und Daniela Decker mit dem Oscar.

Michael Gerhold (2.v.l.), Präsident der Nippeser Bürgerwehr, gehörte zu den ersten Gratulanten, nachdem Marcel Schwamborn (l.) und Daniela Decker den Närrischen Oscar an Volker Weininger übergeben hatten.

Die zu Ende gehende Session hat der Top-Redner als sehr gut empfunden. „Das Publikum war sehr respektvoll, gerade in Köln. Es hilft natürlich, dass die Leute inzwischen wissen, wer ich bin. Dann freuen sie sich auf mich und ich habe Vorschusslorbeeren. Dann darf ich den Auftritt natürlich nicht verkacken“, sagt er. Zweimal sei das vor ein paar Jahren in die Hose gegangen, als man ihn doch bewusst abgefüllt habe. Normalerweise wird ihm auf der Bühne nämlich reichlich alkoholfreies Kölsch gereicht.

Noch ein Detail verriet der Star-Komiker. „Ich schreibe mir jeden einzelnen Auftritt auf und mache mir Notizen, um zu entscheiden, ob ich da wieder auftreten möchte. Zu 99 Prozent gehe ich da wieder hin“, sagte er. „Ich habe einfach viel Spaß an dem, was ich da tue. Man darf sich selbst nicht zu ernst nehmen, nur das Publikum muss man ernst nehmen.“