Arbeiter (†22) totNach Unfalldrama auf Rheinbrücke in Leverkusen: sechs Personen unter Verdacht

Nach dem tödlichen Unfall beim Rückbau der Leverkusener Autobahnbrücke gibt es von der Kölner Staatsanwaltschaft neue Informationen. Die Ermittlungen sind konkreter geworden.

von Iris Klingelhöfer  (iri)

Der Abriss der alten Leverkusener Rheinbrücke ist von einem Unfalldrama überschattet worden. Vor einem halben Jahr kam ein junger Arbeiter (22) bei der Demontage eines Pylons ums Leben.

Wie konnte es dazu kommen? Monatelang richteten sich die Ermittlungen der Kölner Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt. Das hat sich jetzt geändert.

Tödlicher Unfall an Leverkusener Brücke: Sechs Personen im Visier

„Die Staatsanwaltschaft Köln hat im Zusammenhang mit dem tödlichen Arbeitsunfall am 29. August 2024 auf der Leverkusener Autobahnbrücke der A1 ein Ermittlungsverfahren gegen insgesamt sechs Beschuldigte wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung und der fahrlässigen Baugefährdung eingeleitet“, erklärt Sprecherin Stephanie Beller am Mittwoch (26. Februar 2025) auf EXPRESS.de-Nachfrage.

Alles zum Thema Polizei Köln

Bei den Beschuldigten handele es sich zum einen um Personen, die mit der Planung der Baustelle befasst waren und zum anderen um Personen, die unmittelbar an der Bauausführung beteiligt waren.

Stephanie Beller: „Mit Blick auf zu wahrende Persönlichkeitsrechte können weitere Auskünfte zu Alter, Beruf oder Funktion der Beschuldigten nicht erteilt werden.“

Nach den bisherigen Ermittlungen, insbesondere den Erkenntnissen aus dem Unfallrekonstruktionsgutachten des Sachverständigen, sollen mehrere Umstände dazu geführt haben, dass die für den Abbau des alten Pylons aufgebaute Hilfskonstruktion herabstürzte, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft weiter.

Infolgedessen war der 22-Jährige, der auf dem Pylon arbeitete, in den Tod gestürzt. Weitere Arbeiter zogen sich Verletzungen zu.

Ein Gerüst ist stark beschädigt, Teile sind herabgestürzt, liegen teilweise auf einem Kran.

Das Gerüst am Pylon ist stark beschädigt, die Hilfskonstruktion zum Teil auf einen Kran gestürzt. Das Foto wurde am 30. August 2024, einen Tag nach dem Unglück, gemacht.

„Der Sachverständige hat dazu ausgeführt, es hätten Versäumnisse sowohl in der Bauplanung als auch in der Ausführung festgestellt werden können“, so Beller. Details dazu könnten vor dem Hintergrund der laufenden Ermittlungen nicht öffentlich gemacht werden, erklärt sie.

Der Abriss der alten Rheinbrücke begann Anfang 2024, nachdem das erste Teilbauwerk der neuen Brücke fertiggestellt und am 4. Februar 2024 für den Verkehr freigegeben worden war. Im Video oben seht ihr den ersten Berufsverkehr, der über die neue Brücke rollte. Die Fertigstellung der zweiten Brücke, die an der Stelle der alten Brücke entsteht, ist für Ende 2027 geplant.