Trotz klarer Winter-AnsageFC-Youngster steckt in der Klemme – Struber dämpft Offensiv-Hoffnungen

Jan Thielmann setzt sich gegen Exequiel Palacios durch.

Jan Thielmann (hier beim Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen am 5. Februar 2025) kämpft beim 1. FC Köln um einen Stammplatz.

Wenn der 1. FC Köln am Samstag beim Karlsruher SC antritt, wird Jan Thielmann wohl wieder auf der Bank Platz nehmen müssen. Das sorgt auch zweierlei Gründen zu Frust beim Kölner Eigengewächs.

von Jürgen Kemper  (kem)

Jan Thielmann (22) steckt beim 1. FC Köln in einem echten Dilemma. Denn der Youngster ist derzeit lediglich Ersatzmann auf einer Position, die er gar nicht spielen will.

Dabei sollte mit der Winter-Ankunft von Jusuf Gazibegovic (24) alles anders werden – für den FC, aber auch für Thielmann. Der Champions-League-erfahrene Bosnier sollte endlich die Baustelle Rechtsverteidiger schließen und damit auch das semi-erfolgreiche Thielmann-Experiment beenden.

Jan Thielmann sieht sich nicht als Rechtsverteidiger

Denn der deutsche U21-Nationalspieler hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er sich auf dieser Position unwohl fühlt. Im „Kicker“-Interview sagte er, dass es „keine Lösung für die Ewigkeit“ sei und sprach sich gleichzeitig für eine Position in der Offensive aus: „Das ist das, was ich möchte: vorne spielen, Tore vorbereiten und selbst welche schießen.“

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De Realität sieht anders aus. In den ersten vier Ligaspielen des neuen Jahres war Thielmann nur Joker. Gegen Magdeburg bekam er dann mal eine Chance von Beginn an, weil Neuzugang Gazibegovic in den ersten Spielen nicht überzeugen konnte.

Thielmann hinterließ einen guten Eindruck, ehe er sich die unnötige fünfte Gelbe Karte wegen Meckerns einholte. Gegen Düsseldorf durfte daher wieder sein Konkurrent ran, der seine Sache sehr ordentlich machte.

Bedeutet für Thielmann, dass er wohl wieder auf der Bank Platz nehmen muss, denn seinen Offensiv-Wünschen erteilte Gerhard Struber (48) vor der Partie beim Karlsruher SC am Samstag (1. März 2025, 20.30 Uhr/Sky, Sport1 und im Liveticker auf EXPRESS.de) eine klare Absage.

Der FC-Coach sagte: „Er lebt das Spiel mit einer hohen Intensität. Das ist für uns sehr fruchtbar. Er kann den offensiveren Part übernehmen.“ Danach folgte allerdings sofort die entscheidende Einschränkung. Denn wenn Struber ihn dort überhaupt sieht, dann nur als Einwechselspieler: „In dieser Joker-Position als Flügel gibt es viele Anforderungen, denen er gerecht werden kann.“

Das Problem ist nämlich, dass es Thielmanns Wunschposition auf dem offensiven rechten Flügel aktuell gar nicht gibt und Struber ihn nichts als Stürmer à la Linton Maina sieht.

Der FC-Trainer lässt ein System (3-4-2) mit einem kompakten Zentrum spielen, indem der Druck über die Flügel von den „Außenverteidigern“ kommen soll. Die Chance zu spielen ist für Thielmann also weiterhin hinten rechts am größten. Das sorgt für Frust beim Kölner Eigengewächs, der weder mit der Position noch mit den Einsatzzeiten zufrieden ist. Kurzfristig deutet sich allerdings kein Ausweg aus diesem Dilemma an.