In der 2. Bundesliga treffen am Wochenende Friedhelm Funkels Ex-Klubs Kaiserslautern und Düsseldorf aufeinander. Auch den 1. FC Köln hat das Trainer-Urgestein genau im Blick.
Trainer-Urgestein befürchtet Unruhe beim FCFunkels Aufstiegs-Prognose: „Dann habe ich Zweifel“

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Friedhelm Funkel, hier am 25. Mai 2024 beobachtet das Geschehen bei seinen Ex-Klubs in der 2. Bundesliga sehr genau.
In der 2. Bundesliga beginnt die heiße Phase im Aufstiegskampf. Einer beobachtet das Geschehen ganz genau: Friedhelm Funkel (71).
Bei der Frage, warum er um diese Jahreszeit eigentlich so gut erreichbar sein, muss Funkel erst mal lachen. Dass das Trainer-Urgestein spätestens Ende März irgendwo als Feuerwehrmann auftaucht, wäre ja schließlich eher normal als ungewöhnlich. So aber hat er genügend Zeit für ein EXPRESS.de-Interview.
Funkel über FC: „Immer 1:0 zu gewinnen, ist auch eine Kunst“
Hatten Sie dieses Jahr keine Lust?
Friedhelm Funkel: „Doch, ich habe immer Lust. Es gab auch Kontakte. Beim einen wollte ich aber nicht, beim anderen hat sich die Situation verändert. Die haben auf einmal angefangen zu gewinnen. Ich bin immer offen, aber jetzt passiert glaube ich nichts mehr. Wir haben über Ostern Urlaub auf Fuerteventura gebucht.“
Am Samstagabend treffen Ihre Ex-Klubs Kaiserslautern und Düsseldorf aufeinander. Wo werden Sie das Spiel verfolgen?
Friedhelm Funkel: „Ich werde im Stadion sein. Der FCK hat mich eingeladen, Thomas Hengen meinte, wir haben uns lange nicht mehr gesehen. Also werden wir mittags mit Freunden in Kaiserslautern essen, abends geht es dann zum Spiel.“
Fortuna hat die letzten vier Spiele auf dem Betzenberg gewonnen, gilt diesmal aber nicht zwingend als Favorit.
Friedhelm Funkel: „Es ist ein offenes Spiel. Allerdings sollte Fortuna alles versuchen, um zum fünften Mal zu gewinnen. Ansonsten wird es schwierig, noch einmal oben anzugreifen. Ich glaube, dass sie im Falle einer Niederlage auch keine Chance mehr auf Platz 3 haben.“
Viele haben den Eindruck, dass Fortuna in dieser Spielzeit im Gegensatz zum vergangenen Jahr nicht über eine Aufstiegsmannschaft verfügt. Teilen Sie diese Meinung?
Friedhelm Funkel: „Fortuna hat Tzolis, Tanaka und Engelhardt verloren, dazu gab es Sobottka, der jetzt über weite Strecken verletzt ist. Aktuell gibt es mit Johannesson nur einen einzigen Unterschiedsspieler, es ist nicht so wie im letzten Jahr. Wobei das Ziel Aufstieg nicht unrealistisch war, Fortuna stand viele Wochen an der Tabellenspitze. Dann gab es einen Bruch und jetzt müssen sie sehen, den Anschluss zu halten.“
Verfügt Kaiserslautern über eine Aufstiegsmannschaft?
Friedhelm Funkel: „Nein, aber sie machen es in der Rückrunde hervorragend. Markus Anfang hat eine starke Mannschaft gebaut und Spieler geholt, die gut zum Betzenberg passen. Dafür wurden ein paar Künstler abgegeben, die ab und zu mal gut gespielt haben. Sie werden zwischen Platz 7 und Platz 12 landen, so wie das Ziel war. Dass sie nun so weit oben stehen, erhöht natürlich etwas den Druck.“
Ein weiteres Spitzenspiel steigt bereits am Samstagmittag zwischen Paderborn und Köln. Den HSV und den FC haben Sie immer als Ihre Aufsteiger benannt. Hat das noch Gültigkeit?
Friedhelm Funkel: „Wenn Köln in Paderborn verliert, habe ich Zweifel. Das wird ein absolutes Schlüsselspiel. Köln hat zuletzt nicht gut gespielt, aber meistens gewonnen. Da interessiert es mich als Trainer dann auch nicht mehr, wie das zustande gekommen ist. Immer 1:0 zu gewinnen, ist auch eine Kunst. Aber wenn sie Samstag verlieren, werden Unsicherheit und Unruhe größer. Und Paderborn hätte zum dritten Mal in Folge ein Heimspiel gegen eine Spitzenmannschaft gewonnen.“
Dabei hat man Paderborn vorher eigentlich nie auf dem Zettel.
Friedhelm Funkel: „Da muss man einfach auch mal Trainer Lukas Kwasniok loben. Der kommt immer mit Spielern, die man vorher gar nicht gekannt hat. Und die Werte zeigen, dass die Mannschaft topfit ist.“
Sollte es für Köln hinhauen: Hat der FC eine Erstliga-Perspektive?
Friedhelm Funkel: „Jeder Aufsteiger hat eine Chance in der Bundesliga. Das sieht man an Vereinen wie Heidenheim, Kiel oder Bochum. Sie alle können es in dieser Saison noch schaffen.“
Ist der HSV für Sie weiterhin ein sicherer Aufsteiger?
Friedhelm Funkel: „Da passiert gar nichts mehr. Sie haben vorne drei Leute, die Tore machen. Sogar Selke, der sonst nie mehr als zehn macht, hat inzwischen ja schon 17. Und jetzt kommt auch noch Glatzel zurück. Hamburg wird noch ein paar Punkte abgeben, aber höchstens noch ein Spiel verlieren.“