„Ein Teil von mir ist gestorben“Begegnung mit Mega-Star öffnete ihr die Augen: Sport-Moderatorin über ihr tragisches TV-Aus

Tabea Kemme und Moderatorin Annika Zimmermann (r.) bei einer TV-Übertragung.

Tabea Kemme und Moderatorin Annika Zimmermann (r.) vor dem Spiel des FC Bayern gegen Lazio Rom am 5. März 2025. 

Moderatorin Annika Zimmermann stand viele Jahre für ZDF und Prime Video vor der Kamera. Im vergangenen Sommer beendete sie dann plötzlich ihre TV-Karriere. Nun spricht sie über die Gründe. 

von Felix Rasten  (fr)

Lange Zeit stand sie für ZDF und Prime Video vor der Kamera – und das sehr erfolgreich. Doch im vergangenen Sommer zog sie sich plötzlich aus dem TV-Geschäft zurück. Die Rede ist von Sport-Moderatorin Annika Zimmermann (36).

Gegenüber der „Welt“ sprach Zimmermann nun über ihren tragischen Rückzug. „In den ein, zwei Jahren vor meinem Ausstieg hatte ich unmittelbar vor Dienstreisen immer wieder mit Blasenentzündungen zu kämpfen. Die kamen wie auf Knopfdruck, immer dann, wenn die Arbeit rief“, so die 36-Jährige.

Zimmermann: „Gleichzeitig fühlte ich immer mehr eine innere Leere“

Weiter erklärt sie: „Manchmal war ich auch plötzlich erkältet. Und hinzukam, dass ich meine Periode über Jahre nicht hatte. Ich war deshalb bei vielen Gynäkologen und habe zudem Therapien gemacht, doch es hat nichts gebracht. Es hat gedauert zu merken, dass ich Raubbau an meinem Körper betrieben habe – mit dem Glauben, dass ich glücklich bin mit meiner Karriere.“

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Doch im selben Zug gesteht Zimmermann: „Gleichzeitig fühlte ich immer mehr eine innere Leere. Ich fühlte mich ausgezehrt. Ich war sehr dünn – und dachte, dies sei normal. Es gab immer mehr das Bewusstsein, dass es das noch nicht war – und dann kam dieser Punkt, an dem ich austreten konnte. Um anzufangen, mein Leben zu leben.“

Eine Begegnung mit einem Fußball-Superstar öffnete ihr dann die Augen. „Ich weiß noch, wie Kylian Mbappé bei einem Spiel in Paris an mir vorbeigelaufen ist – näher dran geht nicht – und ich in diesem Moment einfach nur dachte: Hey, das ist überhaupt nicht mein Traum. Ich fühlte, dass all das, was ich da mache, nicht das ist, was ich will. Ich wollte mich nicht mehr belügen – und in dem Moment einfach nur noch ins Hotel, in die Wanne und am nächsten Tag nach Hause. Ich war wie ausgeknipst“, führte die gebürtige Darmstädterin weiter aus. 

Freunde schwärmten vor Zimmermann immer, wie cool es doch sei, Menschen wie Harry Kane (31) und Pep Guardiola (54) zu interviewen. Doch sie konstatierte: „Ja, das war es eine Zeit lang. Aber das, das bin ich nicht.“  Ihr war schnell klar, dass sie einen „radikalen Schnitt brauche“. 

Ihr Zeit im TV bedauere sich jedoch nicht: „Ich habe nichts weggeschmissen und bereue auch keine Minute. Von den 14 Jahren Karriere werde ich mein Leben lang zehren. Mit dem bewussten Abgehen von der Bühne ist quasi auch ein Teil von mir, von meiner Identität, gestorben. Umso freier aber fühle ich mich jetzt, wo eine gewisse Zeit vergangen ist.“

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Mittlerweile bildet sich Zimmermann in viele Richtungen weiter: Conscious Mentoring, Meditation, Energiemedizin, Pflanzenheilkunde. Ihrem Körper gehe es zudem besser und sie sei endlich wieder „eine Frau“.