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Götze-Abgang war „ein Schock“BVB-Liebling Piszczek spricht über Zäsuren seiner Karriere

Mario Götze und Lukasz Piszczek knien auf dem Rasen, Piszczek will Götze umarmen.

Dortmunds Mario Götze jubelt mit Lukasz Piszczek nach dem Treffer zum 3:1 gegen Düsseldorf am 11. Mai 2019.

In Dortmund wurde Lukas Piszczek zur Legende, holte mit dem BVB zwei Meisterschaften und drei Pokalsiege. Seine Spielerkarriere war jedoch von radikalen Einschnitten geprägt.

von Julian Meiser (jm)

Dortmund. Lukas Piszczek (36) wurde bei Borussia Dortmund zur Legende. Die BVB-Fans haben ihren Rechtsverteidiger geliebt und tun dies noch immer. Doch seine Karriere wäre um ein Haar ganz anders geendet.

Im Podcast „Kicker meets DAZN“ berichtete der Pole über seinen Werdegang als Profi, die jetzige Tätigkeit als Amateurspieler in seiner Heimat und den größten Einschnitt in seiner Karriere.  

Lukasz Piszczeks Positionswechsel

Zwischen 1992 und 2001 wurde Piszczek bei Goczalkowice-Zdroj ausgebildet, anschließend ging es für den Angreifer weiter zu Gwarek Zabrze, wo er 2003 A-Jugend-Meister wurde. Die Verantwortlichen von Hertha BSC beobachteten ihn und nahmen „Piszczu“ 2004 unter Vertrag. Auf Leihbasis blieb er allerdings noch weitere drei Jahre in der polnischen ersten Liga bei Zaglebie Lubin.  

Alles zum Thema Robert Lewandowski

Lukasz Piszczek weint, hält eine Trinkflasche in der linken Hand und wischt sich mit seinem Trikot die Tränen aus dem Gesicht.

Ein emotionaler Typ: Lukasz Piszczek weint nach dem Abstieg im Spiel von Hertha in Leverkusen am 1. Mai 2010.

2007 kam Piszczek, der sich 2005 noch zum Torschützenkönig der U19-Europameiserschaft geballert hatte, dann wirklich nach Berlin und wurde nach wenigen Jahren zum unumstrittenen Stammspieler – allerdings auf der Position des Rechtsverteidigers.

Sein Trainer bei Hertha BSC, Lucien Favre (63), setzte ihn eines Tages in einem Testspiel auf die Position des Rechtsverteidigers. ,,Da bin ich zum Trainer gegangen und habe gefragt, ob das ein Fehler ist‘‘, erklärt Piszczek im Podcast.  

Sein Wechsel zum BVB und der Aufstieg zum Publikumsliebling

Piszczek konnte sich mit der neuen Rolle anfangs nur schwer anfreunden, rückblickend verdankt er dieser Entscheidung jedoch seine Karriere und seinen Status als Dortmunder Publikumsliebling. „Wenn ich Stürmer geblieben wäre, wäre ich wahrscheinlich zehn Jahre früher zurück nach Polen gegangen. Das war ein Volltreffer“, konstatiert Piszczek retrospektiv, denn nur auf diese Position hatte er die Chance, sich beim BVB durchzusetzen.

2010 stieg Hertha ab und Piszczek packte seine Sachen: Er wechselte ablösefrei nach Dortmund. Dort profitierte er vom Ausfall des Stammrechtsverteidigers Patrick Owomoyela (41): Piszczek spielte sich unter Trainer Jürgen Klopp (54) fest, begeisterte durch seinen Offensivdrang.

Robert Lewandowski, Sebastian Kehl, Lukasz Piszczek und Jakub Blaszczykowski heben zusammen die Meisterschale hoch.

Am 5. Mai 2012 empfangen die BVB-Spieler nach dem Spiel gegen Freiburg die Meisterschale. Hier zu sehen: Robert Lewandowski, Sebastian Kehl, Lukasz Piszczek und Jakub Blaszczykowski.

Bereits im ersten Jahr beim BVB holte die Mannschaft um Piszczek den Meistertitel, ein Jahr später sogar das Double. Im Mai 2013 hätte Klopps Truppe sogar fast den Henkelpott gewonnen, wäre da nicht Arjen Robbens Treffer kurz vor Schluss gewesen. Doch nicht das verlorene Endspiel im Wembley war für Piszczek in diesen Tagen der größte Einschnitt, es war der Abgang von Mario Götze zum FC Bayern: „Das war ein Schock, weil wir uns schon gefragt haben, was passieren könnte, wenn wir so weiterspielen“, sagte Piszczek.

Der Mario-Götze-Schock

,,Wir hatten eine großartige Mannschaft, die Zeit war phänomenal, da sind viele Freundschaften entstanden‘‘, erinnert er sich. Nach dem Abgang von Götze wurde der BVB nie mehr Meister, konnte 2017 und 2021 aber erneut den DFB-Pokal-Sieg erringen. Mit dabei: Lukasz Piszczek.

Lukasz Piszczek und sein Kollege Robert Lewandowski gehen gemeinsam über das Feld, links von ihnen steht ein südkoreanischer Spieler.

Lukasz Piszczek und sein Kollege Robert Lewandowski beim Länderspiel gegen Südkorea am 27. März 2018.

Nach der Saison 2020/2021 verließ der Pole Deutschland nach insgesamt 14 Jahre. Jetzt kickt der 36-Jährige wieder bei seinem Ausbildungsverein, allerdings ohne große Ambitionen: „Ich spiele für den Spaß, meine Karriere habe ich in Dortmund beendet.“ (jm)