Trotz TerrordrohungMinister Reul ermutigt Karnevalisten – und verrät, was er Rosenmontag in Köln macht

Herbert Reul steht neben einem anderen Mann, beide in Karnevalsuniform und winkend, auf einem Karnevalswagen.

Gern gesehener Gast beim Kölner Rosenmontagszug: NRW-Innenminister Herbert Reul fuhr am 12. Februar 2024 bei den Altstädtern mit.

Nach den Terrordrohungen an Weiberfastnacht appelliert NRW-Innenminister Herbert Reul an alle Karnevalisten und verrät seine Pläne für Rosenmontag.

Die Drohungen des IS mit Anschlägen an Weiberfastnacht, unter anderem auf dem Kölner Alter Markt, machen vielen Angst. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) aber hat jetzt die Karnevalisten ermutigt.

Trotz Terrordrohung will der Minister auch selbst ein Zeichen setzen, indem er erneut am Rosenmontagsumzug in Köln teilnehmen wird.

NRW-Innenminister Herbert Reul: Nicht vom Feiern abhalten lassen

Einen Tag vor Weiberfastnacht hat Herbert Reul alle Karnevalsfreunde an Rhein und Ruhr dazu aufgerufen, sich durch Anschlagsdrohungen und Sicherheitsbedenken nicht vom Feiern abhalten zu lassen.

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„Gehen Sie raus, feiern Sie Karneval und genießen Sie die jecken Tage! Wir dürfen uns von diesen Typen unsere Art zu leben nicht kaputtmachen lassen“, appellierte er am Mittwoch (26. Februar 2025) auf Anfrage der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“.

Zuvor waren im Namen der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) über die sozialen Netzwerke martialische Drohungen für die Karnevalstage ausgebracht worden mit angeblichen Anschlagszielen, darunter auch Weiberfastnacht auf dem Alter Markt in Köln und das Festival „Green Komm“ am Karnevalssonntag auf den Kölner Ringen. Bei zahlreichen EXPRESS.de-Leserinnen und -Lesern löste das heftige Emotionen aus.

„Die Polizei bereitet sich intensiv auf den Karnevalseinsatz vor. Natürlich haben unsere Sicherheitsbehörden auch aktuelle Entwicklungen im Blick – gerade wegen der abstrakt hohen Gefahr durch Anschläge“, so Reul.

BKA: Bedrohung durch islamistischen Terrorismus unverändert hoch

Allein an Weiberfastnacht werden NRW-weit rund 9900 Polizisten im Einsatz sein und an Rosenmontag noch einmal rund 12.000 Kräfte. „Im Vergleich zu einem gewöhnlichen Montag sind das rund 4600 Beamte mehr und im Vergleich zu einem regulären Donnerstag 2500“, sagte der Innenminister. Zugleich stellte er klar: „Polizei kann nicht überall sein.“

Nach den IS-Drohungen hatte auch das Bundeskriminalamt (BKA) erklärt, dass es für die Karnevalstage keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung durch Anschlagspläne gebe. Die allgemeine Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus bleibe aber unverändert hoch. Es ist kein Geheimnis, dass es für die deutschen Sicherheitsbehörden immer schwerer wird, radikalisierte Einzeltäter frühzeitig zu erkennen, die Anschläge ohne nennenswerte Vorbereitungen, Technik und Spuren im Netz begehen.

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Selbst befreundete ausländische Nachrichtendienste, die Chats großzügiger abfischen dürfen, können dann keine Hinweise geben. So war der Anschlag auf dem Solinger Stadtfest im vergangenen August mit drei Todesopfern von einem syrischen Asylbewerber begangen worden, dessen islamistische Radikalisierung von den Behörden unbemerkt geblieben war.

Aus dem politischen Raum mehrten sich am Mittwoch dennoch die Rufe, nicht auf das Angst-Kalkül des Islamischen Staats hereinzufallen und öffentliches Feiern bloß nicht einzustellen. „Es ist das Ziel der Terroristen und ihrer Drohungen, für Verunsicherung zu sorgen, sodass wir mit einem mulmigen Gefühl zu Partys und Umzügen gehen. Doch die Sicherheitsbehörden waren und sind vorbereitet“, sagte Grünen-Innenexpertin Julia Höller. (iri, dpa)